Pappenheim

Juden in Pappenheim

Burg Pappenheim (Grünwedel 1835) Bild wikipedia gemeinfrei

Die Kleinstadt Pappenheim liegt im Kreis Weissenburg-Gunzenhausen im bayerischen Regierungsbezirk Mittelfranken. Schon im Mittelalter war der Ort Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft (später Grafschaft). Hier werden schon im 14. Jahrhundert Juden erwähnt. Sie waren offensichtlich von den Pestpogromen nicht betroffen.

Im 16. Jahrhundert konnten sich in Pappenheim Juden dauerhaft niederlassen. Durch Zuzug von vertriebenen jüdischen Familien aus Städten der Umgebung vergrösserte sich die Zahl der jüdischen Einwohner sichtlich und es entstand eine Gemeinde, die bis 1938 existierte. Mitte des 17. Jahrhunderts sollen 5 Haushaltungen bestanden haben, 100 Jahre später wird schon von 18 Familien berichtet. Die grösste Zahl wurde 1832 mit 259 Personen erreicht, um dann wieder deutlich zurückzugehen. 1936 verliessen die letzten 7 Juden die Stadt.

In Pappenheim hatte sich ein reges Gemeindeleben entwickelt, Um 1715 war eine erste Synagoge entstanden, die später durch ein neues Gebäude ersetzt wurde. Dies existiert bis zum heutigen Tage mit einer anderen Verwendung. Auch eine Religionsschule mit einem Lehrer war vorhanden, ebenso ein Ritualbad.


Die Friedhöfe in Pappenheim

In Pappenheim bestehen 2 jüdische Friedhöfe, die am Stadtrand, beiderseits der Strasse nach Weissenburg, liegen. Der ältere Friedhof dürfte aus dem 14. Jahrhundert stammen, teilweise wird auch das 11. Jahrhundert genannt. Diese Altersangabe könnte sich auch auf einen eventuellen Vorläufer beziehen, dessen genaue Lage nicht feststellbar ist. Der älteste entzifferbare Grabstein datiert von 1687. – Hier wurden auch die Verstorbenen der jüdischen Gemeinden von Ellingen, Treuchtlingen und auch Regensburg bestattet, bis diese Orte eigene Friedhöfe bekamen. – Seine Grösse beträgt ca. 34 a, 300 Grabsteine findet man verteilt auf einem steilen steinigen Gelände.

Der gegenüberliegende neue Friedhof wurde 1825 angelegt, er umfasst heute knapp 18 a. Nur wenige Grabsteine sind erhalten und wieder aufgestellt, daneben auch zahlreiche Bruchstücke aus der Verwüstung in der NS-Zeit. In verschiedenen Beschreibungen wird einer Schändung des Friedhofs durch die Nazis berichtet, bei der sämtliche Grabsteine abgeräumt worden sein sollen. Das Areal wurde angeblich mit Baracken bebaut und ein Spielplatz angelegt. Diese Schändung kann sich nicht, wie zumeist erwähnt, auf den alten Friedhof beziehen, da dieser wegen seiner Topographie dafür kaum geeignet war. Vielmehr dürfte der neue Friedhof gemeint sein, wo tatsächlich zahlreiche Fragmente gefunden und teilweise zusammengefügt wurden. (Details auf der Website des Jüdischen Historischen Vereins Augsburg).

Der alte Friedhof in Pappenheim

Der Neue Friedhof von 1825

Die dem alten Friedhof gegenüberliegende neue Begräbnisstätte wurde 1825 angelegt, sie umfasst heute knapp 18 a. Nur wenige Grabsteine sind erhalten und wieder aufgestellt, daneben auch zahlreiche Bruchstücke aus der Verwüstung in der NS-Zeit.
In verschiedenen Beschreibungen wird einer Schändung des Friedhofs durch die Nazis berichtet, bei der sämtliche Grabsteine geräumt wurden. Das Areal wurde damals mit Baracken bebaut und ein Spielplatz angelegt.


Quellen und Literatur

Strobel, Till: Die jüdische Gemeinde Pappenheim 1650 – 1808, in: Geschichte und Kultur der Juden in Schwaben III, Augsburg 2007

Diamant, Adolf: Jüdische Friedhöfe in Deutschland, eine Bestandsaufnahme, Frankfurt/M 1982

Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, München 1988

www.alemannia-judaica.de/pappenhem_synagoge.htm
https://jhva.wordpress.com/2012/05/11/die-judischen-friedhofe-von-pappenheim/
http://jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1554-pappenheim-altmuehl-mittelfranken-bayern 
http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/Bayern/f-bayern.htm#PappenheimMA  

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