Wissembourg/Weißenburg

Juden in Wissembourg/Weißenburg

Die neue Synagoge in Wissembourg

Unmittelbar an der Grenze zu Deutschland nahe der südpfälzischen Stadt Bergzabern liegt das Städtchen Wissembourg/Weißenburg) mit knapp 8000 Einwohnern.

Jüdische Einwohner gab es schon im Mittelalter. Sie erlitten vor allem im 13. Jahrhundert schwere Verfolgungen und wurden vertrieben. Danach hielten sich zumeist nur wenige jüdische Familien  im Ort auf. Erst im 19. Jahrhundert entstand eine neue Gemeinde, die auch über wesentliche Einrichtungen verfügte. Neben einer Synagoge von 1805 (Neubau 1872) bestanden eine Mikwe und ein eigener Friedhof.

In der NS-Zeit erlitt die jüdische Bevölkerung schwere Verfolgungen, viele wurden von den NS-Behörden deportiert und ermordet. An der Stelle der von den Nazis  zerstörten Synagoge wurde 1960 ein neues Gotteshaus errichtet.


Der Friedhof in Wissembourg/Weißenburg

Der Eingang

Schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts konnten die Weißenburger Juden einen eigenen Friedhof anlegen, nachdem bis dahin die Toten in anderen umliegenden Orten bestattet worden waren.
Der Friedhof liegt versteckt am Rande der Stadt. Er ist umzäunt und mit einem eisernen Tor versehen. Das Gelände ist teilweise von alten Bäumen bestanden. Der Friedhofsplan zeigt eine Einteilung in fünf Felder, die in zeitlicher Reihenfolge belegt wurden. Die ältesten Grabsteine datieren von 1702. Hier sieht man insbesondere die traditionellen Grabsteinformen – einfache Sandsteinplatten, zumeist mit ornamentgeschmücktem Aufsatz und typischen Symbolen, wie z. B. Siegespalmen oder segnende Hände.  Auch ein obeliskförmiger Stein ist vertreten. Die Gräber sind durchweg in west-östlicher Richtung angelegt, im älteren Teil findet man stets hebräische Inschriften. Dem Brauch entsprechend werden schrägstehende oder gefallene Steine nicht gerichtet.
Die neuzeitlichen Gräber zeigen Grabsteine und Grabplatten in Granit und Marmor, die Inschriften sind in französischer Sprache gehalten.

auf dem alten Teil

einzelne Grabsteine

Bilder vom neueren Teil des Friedhofs


Quellen und Literatur

Sämtliche Bilder wurden von Klaus Erdmann für die Seite http://wiki-de.genealogy.net/Wissembourg/juedischer_Friedhof aufgenommen und mit seiner freundlichen Zustimmung hier verwendet. (Creative-Commons-Lizenz Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland)

http://www.alemannia-judaica.de/wissembourg_cimetiere.htm

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/u-z/2061-weissenburg-elsass

http://wiki-de.genealogy.net/Wissembourg/juedischer_Friedhof

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