Bergen Belsen

Das ehemalige KZ Bergen Belsen

Gedenkstein am Eingang zum Friedhof

Der Name Bergen-Belsen repräsentiert im kollektiven Bewusstsein einen Ort nationalsozialistischer Verbrechen. Abgeschieden lagen in der Lüneburger Heide ein Kriegsgefangenenlager (1940-1945) und ein Konzentrationslager der SS (1943-1945). Hier wurden zehntausende Menschen ermordet. Massengräber auf dem ehemaligen KZ-Gelände zeugen davon.

Nach der Befreiung im April 1945 blieben zahlreiche Überlebende, andere Flüchtende kamen hinzu; viele waren zu schwach, zu krank, um in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Gerade jüdische Überlebende hatten meist keinen Ort, wohin sie hätten gehen können: Familien und Freunde waren ermordet, Dörfer, Gemeinden zerstört, und mit einer freundlichen Aufnahme war in weiten Teilen Osteuropas nicht zu rechnen. So blieben sie als Heimatlose, sog. Displaced Persons (DPs), und wurden in der nahegelegenen ehemaligen Wehrmachtskaserne im sog. Hohne-Camp untergebracht. Bis zu 12000 jüdische DPs lebten zeitweise dort.


Der Zelttheaterfriedhof

Inschrift auf dem Gedenkstein

In den ersten Monaten nach der Befreiung starben tausende Menschen im DP-Camp an den Folgen der KZ-Haft und wurden auf dem sog. Zelttheaterfriedhof beerdigt. Über hundert Grabsteininschriften (in hebräischer, jiddischer, deutscher, polnischer, ungarischer und englischer Sprache) befinden sich auf dem Friedhof.

Dieser Friedhof ist nicht frei zugänglich, weil er auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Bergen liegt. Z.Zt. ist nur in begründeten Ausnahmefällen nach Absprache mit den MitarbeiterInnen des ‚Dokumentationszentrums KZ Bergen-Belsen‘ ein Besuch des Friedhofes möglich. (Ein unkomplizierter Zugang zum Zelttheaterfriedhof ist in Planung.)

Die Bilder der unteren Reihe stehen auf der KZ-Gedenkstätte.


Quellen und Literatur

Walter Schiffer: Das Andenken verlängern. Grabsteininschriften der jüdischen Displaced Persons auf dem Zelttheaterfriedhof in Bergen-Belsen. Mit Fotografien von Stefan Breuel. Lich/Hessen 2017.

Fotos: Stefan Breuel

Foto Gedenkstein: AGP, Wikipedia Creative Commons

Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 8-2018

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