Georgensgmünd

Juden in Georgensgmünd

Der heutige Bau der Synagoge

Die kleine Gemeinde liegt in Mittelfranken und setzt sich aus 13 Teilorten mit heute rund 6 000 Einwohnern zusammen. An einer alten Handelsstraße gelegen, ließen sich hier im 16. Jahrhundert jüdische Händler nieder, die mit ihren Familien im Lauf der Zeit einen bedeutenden Anteil an der Bevölkerungszahl des Ortes ausmachten. Die jüdische Gemeinde besaß seit 1734 eine Synagoge, zu der zwei Ritualbäder gehörten. Durch Abwanderung im 19. Jahrhundert reduzierte sich die Zahl der Juden stark. 1933 waren es noch 35 Personen, 1938 zur Zeit der Pogrome noch 13 Seelen, die alle den Ort verlassen mussten. Die Synagoge wurde zwar geplündert und die Innenausstattung zerstört, das Gebäude blieb jedoch unversehrt. Heute bildet die wiederhergestellte Synagoge zusammen mit den zwei Mikwen das sehenswerte Jüdische Museum, zu dem auch der Friedhof auf der Judenbastei zählt.

Die Synagoge


Der jüdische Friedhof in Georgensgmünd

Er wurde vermutlich schon 1515 angelegt und diente als Verbandfriedhof nicht nur für Georgensgmünd, sondern auch für Hilpoltstein, Roth, Schwabach, Thalmässing und Windsbach. Um 1700, 1749 und dann wieder 1844 erfolgten Erweiterungen in Richtung Norden. Gleichzeitig entstand ein neues Friedhofsgebäude (Tahara), das bis heute erhalten ist und in gutem Zustand steht.
Der Friedhof hat eine Fläche von 11790 m2, eingefasst von einer massiven Steinmauer. Auf dem leicht ansteigenden Gelände stehen ca. 1779 Grabsteine, wobei eine wesentlich grössere Zahl an Bestatteten angenommen werden muss (> 3000). Verlorengegangene Steine bzw. Kindergräber ohne Stein dürfen in größerer Menge vermutet werden.
Im tiefergelegenen Bereich befindet sich der ältere Teil des Friedhofs mit ca.1260 Gräbern. Die Grabsteine sind vielfach nicht mehr lesbar, zurückzuführen auf Verwitterung des verwendeten heimischen Burgsandsteins. Ihre Form ist meist konventionell mit geradem oder seltener gerundetem Abschluss. Sie stammen aus der Zeit vor 1700 (35 Stück) und einige hundert Stück jewils aus dem 18. Und 19. Jahrhundert.
Der neuere Teil des Friedhofs ist auf einer Anhöhe gelegen, weist 507 Grabsteine auf die teilweise aufwändige und meist gut erhaltene Formen, Materialien und Inschriften aufweisen. Hier ist die Herkunft der Verstorbenen – aus vielen der umliegenden Orte – gut zu erkennen.
Die traditionelle Symbolik auf jüdischen  Gräbern ist überall vertreten – die segnenden Hände der Priestergräber, die Levitenkanne, Widderhorn (Schofar), Tierbilder (Löwe, Hirsch, Vögel) sowie Kronen und die Menora. 
Offensichtlich wurden regelrechte Geschlechterreihen gebildet, denn es wurden stets nur Männer oder nur Frauen in einer Reihe bestattet. Familiengräber sind nicht vertreten.
Interessant die Häufung mancher Namen, z.B. Weinschenk aus Windsbach, Neumark, Gern, Heidecker aus Georgensgmünd).

Bilder vom jüdischen Friedhof


Quellen und Literatur

Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, München 1988

Glenk, Friedrich und Volkert, Fritz: Georgensgmünd Der Judenfriedhof, Selbstverlag1985

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_%28Georgensgm%C3%BCnd%29

http://www.landratsamt-roth.de/desktopdefault.aspx/tabid-12/84_read-1634

Autor: Dietrich Bösenberg, Donauwörth, weitere Bilder H. Knester, Ilvesheim 2018

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