Borken

Jüdisches Leben in Borken

Borken ist eine Kleinstadt im westlichen Münsterland in der Nähe der holländischen Grenze.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts waren Juden im Ort ansässig und erreichten gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit 103 Mitgliedern ihre höchste Zahl.

Die Juden in Borken waren stets streng orthodox orientiert, das Bezirksrabbinat war hier ansässig.

Im Jahre 1818 wurde die Synagoge am Nonnenplatz errichtet. Sie wurde bei den Novemberpogromen verwüstet, aber erst später wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. Neben der Synagoge befanden sich das Schulhaus und die Mikwe.

Heute befindet sich am Ort der zerstörten Synagoge in der De-Wynen-Gasse eine Gedenkstätte.

Die Gedenkstätte am Ort der ehemaligen Synagoge


Die Friedhöfe in Borken

Der ehemalige Friedhof am Kuhm 

ist wahrscheinlich bereits im 16. Jahrhundert angelegt worden. Heute steht auf dem Gelände am Fluss Aa nur noch ein Gedenkstein. An der Strasse ist in die Mauer eine Gedenktafel für die Opfer der Shoah eingefügt.

Der Friedhof am Replingsfunder

Ab 1895 wurde der neue Friedhof am Replingsfunder belegt. Der Friedhof wurde bei den Pogromen im November 1938 erheblich beschädigt. Die letzten Beerdigungen fanden 1959 und 1968 statt. Heute sind noch 55 Grabsteine vorhanden.


Quellen und Literatur

Weitere Veröffentlichungen von Walter Schiffer, JMDorsten

Jüdisches Kulturerbe NRW, Elfie Pracht-Jörns, Teil 4, Bachem Köln 1992JHistorisches Handbuch der Jüdischen Gemeinschaften Westfalen Lippe, Freund et al., Pardey Münster, 2008

Thomas Ridder / Walter Schiffer / Mechtild Schöneberg: Die Jüdischen Friedhöfe in Borken und Gemen. Ein kleiner Leitfaden, hg. vom Jüdischen Museum Westfalen / Dorsten. Dorsten 2018.

Autoren: Gisela & Wolfgang Heumann 8_2015

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