Coesfeld

Jüdisches Leben in Coesfeld

Coesfeld ist eine Kleinstadt im westlichen Münsterland.

Erste jüdische Familien lassen sich bereits im frühen Mittelalter nachweisen. Durch Pogrome und Verfolgungen konnte sich erst um 1700 wieder eine stabile jüdische Gemeinde bilden. Sie war für lange Zeit eine der größten jüdischen Gemeinden im Münsterland.

Im Jahre 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört, die Juden verfolgt und gequält.

Ab 1939 wurden die Juden verschleppt und zum großen Teil in Riga ermordet.

Die ehemalige Synagoge wird nach Restauration heute von einer Kirchengemeinde benutzt.

Ein Gedenkstein auf dem Friedhof erinnert an die Opfer der Vertreibung.

Paul David, ein Kaufmann aus dem Ort, wurde nach Riga verschleppt und dort ermordet. Eine Ausstellung erinnert an Ihn.

Der Schlosspark wurde umfassend in den letzten Jahren erneuert. Im Zuge dieser Erneuerung installierte die Stadt eine gelaserte Stele, die an die 19 aus Coesfeld nach Riga verschleppten jüdischen Bürger erinnert. Diese wurden am 9. Dezember 1941 im Schlosspark zusammengetrieben. Das Besondere an der Stele ist, dass man von beiden Seiten die Gesichter der Menschen sehen kann. Der Gedanke dahinter: Auf der einen Seite soll die Stele daran erinnern, dass hier im Park Menschen in den Tod geführt wurden, auf der anderen Seite soll die Stele zeigen, dass diese Menschen nun durch das Mahnmal geistig zurückgekehrt und Teil des städtischen Lebens sind.(Chr. Damhus)


Die Friedhöfe von Coesfeld

Ab 1678 gab es am Gerichtsring in der Stadt einen Friedhof. Er wurde bis etwa zum Jahre 1900 genutzt, danach fanden die Beerdigungen auf dem Friedhof an der Osterwicker Straße statt.

Steine am alten Friedhof in der Stadt

Auf dem neuen Friedhof erinnert ein Gedenkstein an die Opfer der Verfolgung.

Eine Stele vor dem Friedhof wurde am 70. Jahrestag des Novemberpogroms vor dem Friedhof aufgestellt.

Weitere Bilder vom Friedhof


Quellen und Literatur

Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Münster, Bachem, Köln

Alicke, Klaus Dieter, Jüdische Gemeinden im Deutschen Sprachraum, Gütersloher Verlagshaus

Fotos und Text Gisela&Wolfgang Heumann, Februar 2016

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