Gronau

Jüdisches Leben in Gronau

Die Stadt Gronau liegt im westlichen Münsterland an der Grenze zu den Niederlanden.

Ab 1694 lebten einzelne Juden in Gronau und im benachbarten Dorf Epe. Die Anzahl der jüdischen Bürger ging auch in den folgenden Jahrzehnten nicht über etwa 60 Mitglieder hinaus. Erst ab 1803 kam es zur Ansiedlung von mehreren Familien im Ort.

Die Gemeinde gehörte mit den umliegenden Ortschaften zur Synagogengemeinde Ahaus. In Gronau wurde eine Synagoge im Jahre 1926 eingeweiht, nachdem man die Gottesdienst vorher in behelfsmäßigen Wohnungen und zum Teil in den „Upkamern“ von Bauernhäusern abgehalten hatte.

Die jüdischen Bürger von Epe hatten bereits 1874 nach Querelen in der Gemeinde einen eigenen Betsaal benutzt. Ab 1907 benutzten sie die Synagoge in der Wilhelmstrasse.

Die Synagoge in Gronau wurde 1938 im Inneren zerstört und in der Folgezeit als Wohnung benutzt. Als die Gronauer Innenstadt in der neueren Zeit saniert wurde, riss man das Gebäude ab.

Die Synagoge in Epe wurde im November 1938 niedergebrannt.

Gedenktafeln erinnern an die zerstörten Synagogen.

Die nach den Verfolgungen und Quälereien der Nazizeit noch am Ort wohnenden Juden wurden verschleppt und ermordet.


Der Friedhof an der Vereinsstrasse

Der Friedhof an der Vereinsstrasse wurde um 1828 errichtet und einige Jahre später belegt. Juden aus Gronau und den umliegenden Orten beerdigten hier ihre Toten. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1936 statt.

Der Friedhof ist gepflegt, die Steine sind sehr gut erhalten. Es finden sich heute noch 54 Grabsteine.


Quellen und Literatur

Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Regierungsbezirk Münster, J.P.Bachem Verlag, Köln 2002

Michael Brocke (Hrg.), Feuer an dein Heiligtum gelegt – Zerstörte Synagogen 1938 Nordrhein-Westfalen, Ludwig Steinheim-Institut, Kamp Verlag, Bochum 1999,

Herbert Diekmann/Heinz-Peter Tilly, Der jüdische Friedhof in Gronau, in: Bürgerbuch Gronau und Epe 1994/1995

Alicke, Klaus Dieter, Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum., Jüdische Gemeinden.de, 2016

Bilder: Ruth und Heiner Knester, Ilvesheim; Bilder und Text: Gisela&Hendrik&Wolfgang Heumann, Mai 2016

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