Lüdinghausen

Juden in Lüdinghausen

Das Wappen von Lüdinghausen

Jüdische Bürger lassen sich um 1810 in Lüdinghausen nachweisen. In der Zeit bis 1933 lebten nie mehr als 40 Personen im Ort. 

Die Gottesdienste wurden zunächst in einer Privatwohnung, dann ab 1840 in der neu erbauten Synagoge an der Hermannstrasse, abgehalten. Die Synagoge wurde 1938 im Inneren stark beschädigt, blieb aber erhalten. Im Jahre 1966 wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen.

Im Jahre 1935 lebten noch 15 Juden im Ort. Die meisten von ihnen wurden 1941 in Riga ermordet, die letzten Juden der Stadt verschwanden in Theresienstadt

Heute gibt es keine Juden mehr in Lüdinghausen.


Der jüdische Friedhof von Lüdinghausen

Im Jahre 1839 wurde der Kauf des Grundstücks für den Friedhof an der Steverstrasse offiziell in das Grundbuch eingetragen. Der Friedhof wurde aber schon früher benutzt, denn für das Jahr 1822 ist die Beerdigung von Herz Abrahem aktenkundig.

Im Jahre 1939 wurde der Friedhof geschlossen, die danach Verstorbenen wurden in einem Massengrab in Dortmund-Hoerde beigesetzt.

Der Friedhof ist heute 1167 qm groß und beherbergt 44 Grabsteine.

Herr Laqueur berichtet nach einem Besuch im Jahre 2014:

„Zurückliegendes, eingefriedetes Gelände. Ein Schlüssel wird nicht benötigt; der Friedhof ist frei zugängig von der Steverstraße (großer Parkplatz bei der Fa. Füschkamp) und von der Liudostraße aus. Der Friedhof ist abge­schirmt durch eine Hecke, er liegt an der Stever, umfaßt ca. 40 Grabsteine (Ich habe im Oktober 2014 in zwei Reihen 44 Steine aus den Jahren 1893-1936 gezählt. HPL), die gut erhalten sind. – 1942 wurden auf Anordnung der Nazis 16 Leichen nach Dortmund-Horde zwangsumgebettet. Gedenktafel Familie Strauss (KZ Theresienstadt, KZ Riga).“


Quellen und Literatur

Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in NRW, Bachem, Köln 2001

Hartmut Stratmann/Günter Birkmann:Jüdische Friedhöfe in Westfalen und Lippe, Düsseldorf 1987, S. 42

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(L%C3%BCdinghausen)

www.jüdische-gemeinden.de

H.A. Mertens, Jüdische Gemeinden und Institutionen im Kreis Lüdinghausen und einige weiterführende Gedanken über die Erforschung der jüdischen Geschichte, in: ‘An Stever und Lippe’, No. 19/1967

Fotos: D. Rabich, Wikipedia Commons Gemeinfrei

Fotos: Promisisti, Wikipedia Commons Gemeinfrei

Fotos und Texte: Hans-Peter Laqueur, Texte und Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 6-2018

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