Münster

Jüdisches Leben in Münster

Münster ist die Hauptstadt des Regierungsbezirkes Münsterland in Nordrhein Westfalen.

Bereits im 13. Jahrhundert lassen sich Juden in der Stadt finden. Es lebten stets nur einzelne Familien in der Stadt. Im 14. Jahrhundert wurde die Gemeinde im Rahmen der Pestpogrome ausgelöscht. Erst mit der Besetzung durch Napoleon bekamen die Juden die Bürgerrechte und konnten sich in zunehmendem Maße ansiedeln.

Die erste Synagoge bestand bereits um das Jahr 1300. Damals muss also eine funktionierende jüdische Gemeinde bestanden haben.

Um 1830 bestand eine Synagoge in der Loerstrasse, vorher wurden die Gottesdienste in einem Bethaus in der Stadtmitte abgehalten. 

Im Jahre 1880 wurde eine große Synagoge in der Klosterstrasse erbaut, weil die bisher genutzte Synagoge baufällig war. Die Synagoge wurde 1938 abgebrannt.

Im Jahre 1961 wurde die neue Synagoge in der Klosterstrasse errichtet. Auf diese Synagoge wurden mehrere Anschläge verübt.

Während der Verfolgungen nach 1933 kamen von den ursprünglich 700 Münsteraner Juden 275 in KZs um, die übrigen emigrierten.

Die jüdische Gemeinde hat heute erfreulicher Weise wieder 800 Mitglieder.


Der Friedhof in Münster

Im Mittelalter gab es einen Friedhof der jüdischen Gemeinde. Er wird bereits im Jahre 1301 erwähnt und lag im Bereich des heutigen Gymnasium Paulinum. Steine diese Friedhofs wurden bei Bauarbeiten in Münster gefunden. Sie waren am Neubrückentor eingemauert worden. Sieben Grabsteine aus dem 14. Jahrhundert und einer von 1302 sind erhalten.

Nach längeren Bemühungen der jüdischen Gemeinde wurde 1812 ein Friedhof an der heutigen Stelle genehmigt.

Der Friedhof wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert und mit einer Mauer umfriedet. In der Zeit nach 1933 wurde der Friedhof mehrfach geschändet, Metallteile wurden entfernt.

In jüngster Zeit wurde der Friedhof erneut erweitert. Nach dem Zuzug von Juden aus den GUS Staaten wird heute auf dem Friedhof „Hohe Ward“ in Hiltrup beerdigt.


Quellen und Literatur

Karl-Heinz Kirchhoff, Zur Lagebestimmung des mittelalterlichen Judenfriedhofs in Münster, in: Helmut Lahrkamp (Hrsg.), Beiträge zur Stadtgeschichte (Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster, N.F. 11), Münster 1984, S. 235-244

Bernhard Brilling / Helmut Richtering / Diethard Aschoff, Westfalia Iudaica. Quellen und Regesten zur Geschichte der Juden in Westfalen und Lippe, Bd. 1

Diethard Aschoff, Die Juden in der ständischen Gesellschaft, in: Franz-Josef Jacobi (Hrsg.), Geschichte der Stadt Münster, Bd. 1, Münster 1994,

Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Art. „Münster“, in: Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe, Bd. 2, Münster 2008

Jüdisches Kulturerbe NRW, Elfie Pracht-Jörns, Bachem Köln 1992

http://www.juedischer-friedhof-muenster.de/geschichte/

Autoren: Gisela&Wolfgang Heumann 5/2015

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