Emmerich

Jüdisches Leben in Emmerich

Emmerich ist eine Hafenstadt am Rhein und liegt kurz vor der holländischen Grenze.

Einzelne jüdische Händler siedelten bereits in der Mitte des 14. Jahrhunderts im Ort. Sie waren als Geldgeber für die Herzöge von Geldern gern gesehen. 

Einzelne Juden wurden reich, so legte der jüdische Händler Salomon den Grundstein für den Reichtum und das Ansehen der Familie Gompertz. 

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts bildete sich die erste jüdische Gemeinde in Emmerich. Wenige Familien gelangten zu Reichtum, meist waren die Möglichkeiten der Berufsausübung durch die extrem strengen preußischen Judengesetze erheblich eingeschränkt. 

Im Jahre 1890 erlangte die Gemeinde ihre größte Anzahl an Mitgliedern, bevor die Landflucht die Gemeinde wieder erheblich dezimierte. 

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die erste Synagoge in der heutigen Willibrordstraße gebaut. Sie wurde von der Familie Gompertz gestiftet. In einem Anbau war die jüdische Schule untergebracht. 

Die Synagoge wurde, da sie bereits verkauft war, im November 1938 nicht zerstört. Sie wurde im Krieg durch eine Bombe zerstört.


Die Friedhöfe

Der erste jüdische Friedhof der Stadt Emmerich wurde im Jahre 1629 im Westen der Stadt am Rhein zwischen Stadtmauer und Graben eingerichtet. Dieser Friedhof wurde fast 200 Jahre benutzt.

Im Jahre 1825 zwang die Stadt die jüdische Gemeinde zur Aufgabe des Friedhofs, weil die Fläche zur Erweiterung des Hafens benötigt wurde. Die Knochen wurden 1825 exhumiert und samt den dazugehörigen Grabsteinen auf den neuen Friedhof an der Wassenbergstrasse gebracht.

Die genaue Lage des alten Friedhofs kann nur ungefähr angegeben werden. Wahrscheinlich lag er unter dem heutigen Zollamt.

Im Jahre 1922 war der Friedhof voll belegt, die folgenden Begräbnisse fanden auf dem neuen Begräbnisplatz statt. Er liegt auf dem kommunalen Friedhof am Mühlenweg.

Für die letzten Toten auf diesem Friedhof durften keine Grabsteine mehr aufgestellt werden. Henriette Levi und Eugen Mehler töteten sich selbst, um nicht in ein KZ verschleppt zu werden. Seit 1988 erinnert ein Gedenkstein an diese beiden Toten. 

Der Friedhof an der Wassenbergstrasse

Der neue Friedhof am Mühlenweg


Quellen und Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/JC3%BCdischer_Friedhof_(Emmerich_am_Rhein)

Pracht-Jörns, Elfi, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil 2. Regierungsbezirk Düsseldorf. Bachem, Köln 2000 

http://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/e-g/564-emmerich-nordrhein-westfalen

Hauptseite des Steinheim Instituts Essen

Steinheim Institut, Epidat

www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/NRW/PROJEKTE/titel.htm

www.alemannia-judaica.de

Brocke M./Müller Chr.: Haus des Lebens, Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Leipzig 2001 

Bilder und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann  12/2015

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