Rodenberg am Deister

Juden werden in dem vor der Stadt gelegenen Dorf Grove bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts erwähnt, um die Mitte des 18. Jahrhunderts lebten in der Umgebung von Rodenberg sieben Familien, in der Stadt selbst durften sie sich erst ab ca. 1760 niederlassen.

1760 wurde eine Betstube in einem Privathaus eingerichtet, 1815 erwarb die Gemeinde ein Grundstück in der Stadt, auf dem zunächst ein Schulhaus mit Lehrerwohnung, kurz darauf auch eine 1819 eingeweiht Synagoge errichtet wurde. Diese fiel einem Brand zum Opfer und wurde um 1860 durch einen Neubau ersetzt.

Die Gemeinde, die um 1870 etwa 90 Köpfe zählte, war bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert durch Abwanderung auf nur noch etwa 20 zurückgegangen, 1908 wurde die Schule mangels Bedarfs aufgegeben.

In Rodenberg lebten gegen Ende der 1920er-Jahre nur noch drei jüdische Familien, die Mehrzahl ihrer Mitglieder wurde 1941/42 deportiert.


Der Friedhof von Rodenberg

Im Jahre 1830 wurde ein etwa 1500 m2 großes Grundstück am Ortstrand, an der ‚Kilianskammer’, an der heutigen Straße ‚Am Judenfriedhof’ erworben  und der Friedhof angelegt, er diente auch den Juden der Nachbarorte als Begräbnisplatz, heute sind dort 99 Grabsteine erhalten, damit ist er der größte jüdische Friedhof im Schaumburger Land.

Der Friedhof auf „Jewish Places“


Quellen und Literatur

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1676-rodenberg-niedersachsen

https://pogrome1938-niedersachsen.de/rodenberg/

Eine Belegungsliste für die 99 hier erhaltenen Grabsteine findet sich unter

https://zentralarchiv-juden.de/sammlungen/friedhofsdokumentation/niedersachsen/friedhof-rodenberg/

Photo: Prof. Dr. Susanne Benöhr-Laqueur, 5-2019, Text: Dr. Hans-Peter Laqueur, Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 6-2019

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