Heidelberg

Juden in Heidelberg

Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts lebten vermutlich bereits Juden in Heidelberg. Wechselnde Verfolgungen und Vertreibungen prägten die Geschichte der Gemeinde bis weit in das 17. Jahrhundert hinein. In den folgenden Jahrhunderten, besonders zum Ende des 19. Jahrhundertes hin, entwickelte sich eine blühende Gemeinde mit zuletzt etwa 1500 Personen.

Zahlreiche florierende Betriebe gehörten Juden, zahlreiche Dozenten lehrten an der Universität. Darunter waren viele berühmte Forscher mit Weltgeltung wie der Nobelpreisträger Otto Meyerhoff. Nach 1933 verloren die Hochschullehrer ihre Stellungen.

Die Juden wohnten seit dem Mittelalter in einem Gebiet am Main um die „Judengasse“, die heutige „Dreikönigssstrasse“, herum. Eine Hinweistafel erinnert heute an das „Judentor“, das den Abschluss des Ghettos bildete.

Die erste Synagoge ist nicht erhalten. Sie stand in der Dreikönigsstrasse. Nach der vertreibung der Juden im Rahmen der Pestpogrome wurde sie als Kirch genutzt. Sie wurde im Jahre 1669 im Rahmen kriegerischer handlungen niedergebrannt.

Neben der Synagoge befand sich die Mikwe, die in Teilen auch heute noch erhalten ist.

Die Gottesdienste wurden in einem Bethaus abhehalten

Die alte Synagoge stand in der Heidelberger Altstadt am „Alten Synagogenplatz“. Sie wurde im Jahre 1878 errichtet und bei den Pogromen im Jahre 1938 vernichtet.

Ab 2001 wurde der Platz in eine Gedenstätte umgewandelt. Die Pflasterung zeigt die Umrisse der ehemaligen Synagoge, zwölf Sandsteinwürfel erinnern an die zwölf Stämme Israels. Ein Gedenkstein, der breits nach Kriegsende errichtet wurde, steht an der Stelle, an der früher die Thora aufbewahrt wurde.

Es gab eine zweite Synagoge, die der orthodoxen Gemende gehörte. Sie wurde 1938 teilweise zerstört und konnte wieder aufgebaut werden. Sie wurde später abgerissen und überbaut.

Seit 1994 hat die jüdische Gemeinde eine neue Synagoge mit Gemeindzentrum. Die Gemeinde gehört der orthodoxen Ausrichtung an. Durch Zuwanderung aus den GUS Staaten hat die Gemeinde heute etwa 500 Mitglieder.

Der Platz der zerstörten Synagoge


Der alte Friedhof – Klingenteich

liegt am Südrand der Heidelberger Altstadt.

Vom ersten Friedhof „In der Plöck“, der aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts stammt, fehlt jede Spur. Er lag wahrscheinlich an der heutigen „Unteren Strasse“. Ein später an dieser Stelle errichteter Friedhof ist ebenfalls nicht erhalten.

In der Mitte des 17. Jahrhunderts siedelten erneut Juden in Heidelberg. Sie bekamen einen Friedhof an der Klingenteichstraße in der Nähe der Peterskirche zugewiesen. Auch Juden aus den umliegenden Orten wurden hier beerdigt.

 Ab1876 wurde auf dem Bergfriedhof beerdigt. 


Der neue Friedhof – Bergfriedhof

Im Jahre 1876 wurde der Friedhof am Klingenteich aufgegeben. Die jüdische Gemeinde bekam  einen Teil des städtischen Bergfriedhofs. Das Areal hat eine Grösse von 111,52 ar und wird bis heute benutzt.

Neben vielen bekannten Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur liegt hier die 2006 verstorbene Schrfitstellerin Hilde Domin, geborene Löwenstein begraben.

Grabstätte von Hilde Domin

Weitere Grabstätten auf dem Bergfriedhof


Quellen und Literatur

http://www.alemannia-judaica.de/heidelberg_synagoge_a.htm#Zur%20Geschichte%20der%20j%C3%BCdischen%20Gemeinde

www.stolpersteine-heidelberg.de

Fotos Synagogenplatz Louisiana Wiki Free Commons

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_Klingenteich

Schlee, Schaab, Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden Württemberg, Theiss, Stuttgart 1988

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim, Wolfgang Heumann, Hünxe 11_2014

Show CommentsClose Comments

Leave a comment