Sennfeld

Juden in Sennfeld (Adelsheim)

die frühere Synagoge, heute Museum und Vereinsheim

Das heute zur Stadt Adelsheim im Neckar-Odenwald-Kreis (nördliches Baden-Württemberg) gehörige Sennfeld war bis 1975 eine selbständige Gemeinde.

Juden haben sich im 17. Jahrhundert, vereinzelt vielleicht schön früher, hier niedergelassen. Die jüdische Gemeinde hatte schon im 18. Jahrhundert eine Synagoge sowie eine Mikwe.
Die 1836 erbaute neue Synagoge bietet eine interessante Geschichte bis zum heutigen Tag: Sie enthielt neben dem Betsaal incl. Frauenempore auch eine jüdische Schule, Lehrerwohnung und Ritualbad. 
Nach dem 2. Weltkrieg diente der Bau  nacheinander als:
– katholische Kirche 1951 bis 1961
– Vereinsheim für kirchlich-evangelische und sonstige Veranstaltungen ab 1964
– Ortsmuseum ab 1978. 
Im November-Pogrom 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge komplett demoliert, das Gebäude selbst blieb erhalten.

Die Zahl der jüdischen Einwohner betrug 1895 schon 124 Personen, bis 1938 war sie auf 56 gesunken. Ab 1941 lebte kein Jude mehr in Sennfeld.

Bronzetafel an der ehemaligen Synagoge


Der Friedhof in Sennfeld

Bis 1882 wurden die Toten in Bödigheim bestattet, dann legte man einen eigenen Friedhof an. Auf einer Fläche von 623 m² stehen heute noch 131 Grabsteine. Auch ein  Ehrenmal für die jüdischen Gefallenen im 1. Weltkrieg ist vorhanden.

Eindrücke vom Friedhof


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#Sennfeld

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/s-t/1805-sennfeld-baden-wuerttemberg

Autoren: Fotos Hans-Martin Brück, Dossenheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (2017)

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