Bad Wimpfen

Jüdisches Leben in Bad Wimpfen

Das Haus des ehemaligen Betsaals

Die heutige Kur- und Badestadt hatte schon im 13. Jahrhundert den Status einer Freien Reichsstadt.

Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Ansiedlungen von Juden. Sie litten unter ständigen Verfolgungen und Vertreibungen, so dass ihre Zahl nie sehr gross gewesen sein dürfte. Dennoch war es zur Bildung einer Gemeinde gekommen, die im 14. Jahrhundert über eine Synagoge und diverse Judenhäuser verfügte. In späteren Zeiten besuchten die jüdischen Bewohner die Synagogen in Heinsheim und Neudenau.

Ein Betsaal mit jüdischer Schule bestand seit 1830 in einem Privathaus, an verschiedenen Örtlichkeiten bestanden auch rituelle Bäder.
Die Höchstzahl jüdischer Einwohner war 1890 mit 65 Personen erreicht. Danach nahm ihre Zahl stetig ab, in der NS-Zeit waren den meisten Juden die Auswanderung gelungen.


Der Friedhof in Bad Wimpfen

Ein Flurname „Judenkirchhof“ lässt auf einen jetzt verschwundenen Friedhof aus dem 16./18. Jahrhundert schliessen. In der Zeit davor, aber auch später noch wurden die Toten in Neudenau und Bad Rappenau, teilweise auch in Heinsheim bestattet. 1896 legte man dann eine eigene Begräbnisstätte an, die bis 1943 benutzt wurde. Heute sind noch 21 Grabsteine erhalten, das Areal beträgt 330 m².


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

Angerbauer, Wolfram/Frank Hans Georg: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn, Heilbronn 1986

http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#BadWimpfen

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Bad_Wimpfen)

Autoren: Fotos Heiner Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (2016)

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