Bödigheim

Juden in Bödigheim

die ehemalige Synagoge

Die bis 1973 eigenständige Ortschaft gehört zur Stadt Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis.

Eine jüdische  Gemeinde wird 1345 erstmals erwähnt. Sie dürfte ohne Unterbrechung bis in die NS-Zeit bestanden haben.
1836 zählte die Gemeinde ca. 120 Personen, was mehr als 10 % der Dorfbevölkerung entspricht. Ein Versammlungs-/Betraum dürfte schon früh existiert haben – 1818 erbaute man eine neue Synagoge samt weiteren Einrichtungen, wie Schulräume und Lehrerwohnung. Sie wurde 1938 im November-Pogrom stark beschädigt  und dann nicht weiter benutzt. Später wurde sie in ein Wohnhaus umgebaut.
Seit 1942 wohnten keine Juden mehr im Ort.

der Grundstein der ehemaligen Synagoge

Der Friedhof in Bödigheim

stimmungsvoller Blick auf den Bödigheimer Friedhof

In Bödigheim bestand wohl schon im Mittelalter ein Friedhof. Er wurde im Laufe der Zeit zum Verbandfriedhof für einen großen Einzugsbereich. Bis zu 30 jüdische Gemeinden bestatteten hier ihre Toten. Dementsprechend groß ist das Areal mit 140,69 a, wobei man annimmt, dass bis zu 4000 Gräber existiert haben. Noch heute sind 1573 Grabsteine erhalten.
Brocke/Müller beschreiben den Friedhof wie folgt: „Sanfte Hügel prägen das Gelände. Vorn liegt das älteste, zum Teil nur dünn mit Steinen bestandene Areal. Hier konnten Steine aus dem 17. Jahrhundert identifiziert werden. Sie wirken überwiegend schlicht, dabei schön verziert, und schließen meist mit dem Rundbogen, unter dem sich oft ein Muschelornament befindet.“
In einem anderen Friedhofsteil „steht das für einen ländlichen wirkenden Friedhof recht große Denkmal mit den Namen der im 1. Weltkrieg Gefallenen. Hinter diesen Arealen steht das kleine Taharahaus aus roten Ziegeln. Dahinter schließt sich noch ein langer, schmaler Streifen an, möglicherweise eine späte Erweiterung. Nur am Ende stehen wenige Reihen mit Steinen aus den Jahren ab 1926.“ (auszugsweise).

Ansichten und Einsichten

ausgewählte Grabsteine

Beispiele der Vielfalt der Grabsteine in Bödigheim


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

Brocke, M., Müller, Ch. E.: Haus des Lebens, Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Leipzig 2001

www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#bödigheim

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/432-boedigheim-baden-wuerttemberg

Autoren: Fotos Hans-Martin Brück, Dossenheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (2017)

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