Crailsheim

Juden in Crailsheim

Die im nördlichen Baden-Württemberg liegende Stadt mit heute rund 34 000 Einwohnern hat eine lange Geschichte. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie im Jahre 1176.

Bekannt ist, dass in Crailsheim ansässige Juden 1349 bei den Pestpogromen ermordet wurden. Ab 1382 sind offensichtlich wieder Juden vertreten. Eine detaillierte „Judenordnung“ von 1480, die u.a. auch die Abhaltung von Gottesdiensten erlaubt, lässt vermuten, dass sich bereits eine jüdische Gemeinde gebildet hatte.

Ein Betsaal (Synagoge) bestand 1696 in einem privaten Gebäude, das, inzwischen anderweitig verwendet, bis zur kriegsbedingen Zerstörung 1945 existierte.
Eine zweite Synagoge wurde 1745 erbaut, jedoch sind keinerlei Spuren davon erhalten. Aber schon 1783 wurde eine neue Synagoge erbaut, die bis 1945 Bestand hatte und dann durch Kriegseinwirkung zerstört wurde.

Die jüdische Bevölkerung hatte im 18. Jahrhundert laufend zugenommen und erreichte 1910 mit 325 Personen ihre Höchstzahl. Waren es 1933 immerhin noch 160 jüdische Bürger, so waren bis 1942 alle der Verfolgung zum Opfer gefallen.


Der Friedhof

Der Eingang zum Friedhof

Ihre Toten bestatteten die Crailsheimer Juden zunächst in Schopfloch (heute Landkreis Ansbach). 1841 konnte man einen eigenen Friedhof anlegen. Er hat eine Fläche von 24,93 ar, die Gräber sind in mehreren parallelen Reihen angeordnet. 425 Grabsteine sind erhalten. Auf dem Friedhof befindet sich eine Gedenktafel für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Auch wurde ein Mahnmal für die in der Zeit des NS-Regimes ermordeten Crailsheimer Juden angebracht.

Auf dem Crailsheimer Friedhof

weitere Grabsteine


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

Schubsky, Karl W., Illich, Heinz u.a.: Jüdisches Leben in Crailsheim – Der jüdische Friedhof. Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch-Franken Crailsheim/Gerabronn 1996

www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/c-d/93-crailsheim-baden-wuerttemberg

Autoren: Fotos H. Knester, Ilvesheim, Text D. Bösenberg, Donauwörth, 2016/7.

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