Ludwigsburg

Juden in Ludwigsburg

Synagoge Ludwigsburg (Arch. Zeichnung) aus wikipedia gemeinfrei

Die württembergische Residenz- und Garnisonsstadt entstand erst Anfang des 18. Jahrhunderts. Mit knapp 90.000 Einwohnern stellt sie heute eine moderne Kreisstadt im Umfeld von Stuttgart dar.

Zur Entstehungszeit der Stadt wurden von den Herrschern zunächst einige Juden als Hoffaktoren, d.h. Hoflieferanten und Dienstleister, zugelassen. Zu ihnen zählte auch der bekannte Joseph Süßkind Oppenheimer (Jud Süß).
Aus kleinen Anfängen entwickelte sich im Lauf der Jahre eine ansehnliche Gemeinde mit bis zu 240 Personen. 1884 entstand eine ansehnliche Synagoge – als Ersatz  für einen zu klein gewordenen Betsaal, Siewurde 1938 im November-Pogrom zerstört und abgerissen.


Der Alte Friedhof in Ludwigsburg

Das eiserne Eingangstor

Die Verstorbenen der jüdischen Bevölkerung wurden zunächst in der Umgebung, u.a. in Freudenthal und Hochberg bestattet. 1870 entstand im Anschluss an den alten städtischen Friedhof eine eigene Begräbnisstätte (Meiereistraße), der bis 1917 Verwendung fand. Seine Fläche beträgt 5, 31 ar, 99 Grabsteine sind erhalten.


Der Neue Friedhof in Ludwigsburg

Denkmal für die jüdischen Gefallenen des 1. Weltkriegs auf dem Neuen Friedhof

1904 wurde innerhalb des neuen städtischen Friedhofs auch ein neuer jüdischer Begräbnisplatz angelegt. Er umfasst eine Fläche von 17,14 a, 1998 waren 86 Grabsteine erhalten. Da der Friedhof auch heute noch benutzt wird, erhöht sich die Zahl der Gräber entsprechend. Ein 1926 errichtetes Kriegerdenkmal erinnert an sechs im Ersten Weltkrieg gefallene Soldaten jüdischen Glaubens aus Ludwigsburg.


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden, Württemberg, 1988

https://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#LudwigsburgNeuerFriedhof

http://jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/k-l/1226-ludwigsburg-baden-wuerttemberg

Autoren: Fotos und Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (07/2018)

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