Neudenau

Juden in Neudenau

Die Kleinstadt Neudenau liegt im Landkreis Heilbronn und hat heute ca. 5 000 Ew.

Jüdische Bewohner werden schon im 13. Jahrhundert erwähnt, sie fielen jedoch den häufigen Verfolgungen zum Opfer. 1492 durfte sich offensichtlich wieder „ein Jude“ niederlassen, als die Benutzung eines Friedhofs wieder erlaubt wurde. Dieser hatte vermutlich schon „seit langer Zeit“ bestanden, was auf die kontinuierliche Anwesenheit weiterer jüdischer Personen schliessen lässt.

Ab 1700 entwickelt sich eine Gemeinde, die sich dann 1875 eine Synagoge erbaute. Die Zahl jüdischer Bewohner stieg kaum über 50 Seelen und reduzierte sich nach und nach durch Aus- und Abwanderung in andere Städte. Schliesslich wird die Gemeinde 1937 aufgelöst, die Synagoge zerstörten die Nazis im November 1938.


Der Friedhof in Neudenau

Der Eingang

Vom jüdischen Friedhof in Neudenau heißt es in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Berthold von Henneberg von 1492, dass dort die Juden in und um Heilbronn, Wimpfen und in „Schwaben“ vor langer Zeit ihr Begräbnis gehabt hätten und der Friedhof damals schon länger nicht mehr genutzt wurde. Die Wiederaufnahme der Bestattungen in Neudenau steht vermutlich im Zusammenhang mit der Ausweisung der Juden aus Heilbronn im Jahr 1487. Während danach bis ins 17. Jahrhundert jeweils nur ein einzelner Jude in Neudenau lebte, wurde der Friedhof mit zahlreichen Toten aus dem nahen und ferneren Umland belegt.

Nachdem sich ab dem späten 17. Jahrhundert wieder eine jüdische Gemeinde in Neudenau gebildet hatte, wurde der Friedhof im 19. Jahrhundert gemeinsam von den jüdischen Gemeinden in Neudenau und Billigheim unterhalten. Aus dem Jahr 1915 wird von einer Schändung des Friedhofs berichtet.

Die ältesten Grabsteine auf dem Friedhof stammen aus der Zeit um 1715. Da es weder ältere Grabsteine noch von älteren Gräbern herrührende Freiflächen gibt, nimmt man an, dass der heutige Friedhof erst im 18. Jahrhundert angelegt wurde, während sich der mittelalterliche Friedhof wohl an anderer Stelle befand. (nach wikipedia).
244 Grabsteine sind erhalten, die belegte Fläche beträgt 2078 m².

Eindrücke vom Friedhof


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

Angerbauer, Wolfram/Frank Hans Georg: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn, Heilbronn 1986

http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#Neudenau

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_Neudenau

Autoren: Fotos Heiner Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (2016)

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