Oedheim

Jüdisches Leben in Oedheim

Die Gemeinde Oedheim am Kocher liegt im Landkreis Heilbronn, sie hat heute rund 6000 Einwohner.

Der Deutsche Orden als Ortsherrschaft gestattete Ende des 17. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Erwägungen die Niederlassung einer Anzahl jüdischer Familien. Durch laufenden Zuzug stieg die Zahl der jüdischen  Einwohner ständig an und erreichte 1858 den höchsten Stand mit 117 Personen.
Nachdem zunächst nur ein Betsaal in einem Privathaus für  die Gotte4sdienste zur Verfügung stand, erwarb die Gemeinde 1845 ein älteres Haus, das als Synagoge diente, einschließlich Schulräumen. Schon nach knapp 20 Jahren war es so baufällig geworden, dass man 1864 eine neue Synagoge erbauen musste. Sie wurde 1938 von den Nazis geschlossen. Viele jüdische Einwohner konnten rechtzeitig den Ort verlassen, die verbliebenen 5 Personen wurden deportiert und kamen um.


Der Friedhof in Oedheim am Kocher

Im Jahre 1876 wurde ein eigener Friedhof angelegt. Seine Fläche beträgt 394 m², auf der heute nur noch 39 Grabsteine erhalten sind. Die kleine Begräbnisstätte war 1938 stark verwüstet worden, konnte jedoch nach Kriegsende teilweise wieder instand gesetzt werden.


Quellen und Literatur

Hahn, Joachim: Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988

Angerbauer, Wolfram/Frank Hans Georg: Jüdische Gemeinden in Kreis und Stadt Heilbronn, Heilbronn 1986

www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/BADENWUE/PROJEKTE/f-bw.htm#Oedheim 

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/m-o/1512-oedheim-kocher-baden-wuerttemberg

Autoren: Fotos Heiner Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth (2016)

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