Zeckendorf

Jüdisches Leben in Zeckendorf

Juden sind in Zeckendorf, einer Kleinstadt nordöstlich von Bamberg, im ausgehenden 16. Jahrhundert erstmalig nachgewiesen. Der Friedhof wurde bereits im Jahre 1617 angelegt.

Im Jahre 1727 eröffnete man die erste Synagoge. Sie wurde auch von den Juden der umliegenden Dörfer benutzt.

Die Synagoge wurde am 10. November 1939 vernichtet, die Reste abgebrochen. Aus der Synagoge sind nur zwei Thoraschilder erhalten. Sie befinden sich in Jerusalem.
An die Synagoge angegliedert waren eine jüdische Schule und ein rituelles Bad.

Einen Friedhof gab es seit 1617. In den Anfangsjahren wurden auch die Juden aus Bamberg und den umliegenden Ortschaften hier beerdigt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Zeckendorf die Trainingsfarm“ Ner Chaim“ (Licht des Lebens) errichtet. Hier wurden „Displaced Persons“ vor ihrer Abreise nach Israel auf das Landleben im Kibbuz vorbereitet.

In der Nähe von Zeckendorf steht ein Gedenkstein für die Opfer des Nazi Regimes.

Im Jahre 1933 lebten 22 jüdische Personen in Zeckendorf. Wenige konnten auswandern, die restlichen wurden im April 1942 nach Ibiza transportiert und ermordet.


Der Friedhof von Zeckendorf

Der Friedhof wurde im Jahre 1617 zwischen Zeckendorf und Demmelsdorf angelegt. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wurden hier auch die Toten aus Bamberg und aus vielen umliegenden Ortschaften beerdigt.

Der Friedhof wurde in den vergangenen Jahren mehrfach geschändet und dabei erheblich zerstört.  Heute sind noch etwa 600 Grabsteine erhalten. Er liegt etwa 1 km östlich von Zeckendorf und ist schwer zu finden. Den Schlüssel bekommt man bei der Gemeindeverwaltung.


Quellen und Literatur

http://www.alemannia-judaica.de/zeckendorf_synagoge.htm

http://www.alemannia-judaica.de/zeckendorf_friedhof.htm

http://www.franken-wiki.de/index.php/Juden_in_Zeckendorf

http://de.wikipedia.org/wiki/Jdischer_Friedhof_(Zeckendorf)

http://www.zentralarchiv.uni-hd.de/FRIEDHOF/Bayern/f-bayern.htm#Zeckendorf

Michael Brocke, Christiane Müller
Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001

http://www.ikg-bayern.de/frs/fr_104.html

Ophir/ Wiesemann
Die jüdischen Gemeinden in Bayern 1918-1945. Geschichte und Zerstörung. 1979

Wir danken dem Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern für die Überlassung von Bildern und verweisen auf die Seite:

http://ikg-bayern.de/index.html

Autoren: Gisela&Wolfgang Heumann 11_2014

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