Perleberg

Juden in Perleberg

Gedenkstein für die Opfer des Faschismus

Die Stadt mit 12500 Einwohnern ist die Hauptstadt des Landkreises Prignitz in Brandenburg.

Von 1335 datiert die erste urkundliche Erwähnung von Juden in der Stadt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass schon im 13. Jahrhundert, evtl. bei der Stadtgründung 1239, eine jüdische Gemeinde bestand.
Um 1510 wurden wie in ganzen Mark Brandenburg die Juden aus der Stadt vertrieben und bis etwa 1800 gab es so gut wie keine jüdischen Einwohner mehr. Erst Anfang/Mitte des 19. Jahrhunderts lebten wieder Juden in Perleberg, jedoch wanderte der größte Teil vor 1933 wieder ab.
Erhalten und gepflegt ist der Judenhof aus dem 13. Jahrhundert, ein Zeugnis der jahrhundertealten Geschichte der jüdischen Gemeinde in Perleberg.


Der Friedhof in Perleberg

Hinweistafel

Die jüdische Gemeinde von Perleberg hatte wohl schon Anfang des 19. Jahrhunderts einen eigenen Friedhof. Über seine Geschichte liegen jedoch nur wenige Informationen vor. Allerdings wurden Grabsteine von 1816 und 1846 gefunden, die auf ein früheres Bestehen hinweisen.
Der Friedhof hat eine Fläche von 1280 m² und ist von einer gut erhaltenen Mauer umgeben.
In der NS-Zeit war der Friedhof teilweise zerstört worden, eine umfangreiche Instandsetzung fand wohl Anfang der 1950er-Jahre statt. Rechts von einem Mittelweg wurden erhaltene 20 Grabsteine aufgestellt, auf der anderen Seite befindet sich ein Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Faschismus.
Immer wieder gab es Schändungen des Geländes, zuletzt 2008.


Quellen & Literatur

Zeugnisse jüdischer Kultur, Berlin 1992

M.Brocke/E.Ruthenberg/K.U.Schulenburg, Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin), Berlin 1994

https://www.uni-potsdam.de/juedische-friedhoefe/friedhof-perleberg/geschichte-des-friedhofs.html

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1563-perleberg-brandenburg

Autoren: Fotos Ruth und Heiner Knester, Ilvesheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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