Neumarkt in der Oberpfalz

Juden in Neumarkt in der Oberpfalz

Wappen der Stadt – Wikipedia gemeinfrei

Neumarkt ist eine Kleinstadt in der Nähe von Nürnberg.

Um das Ende des 13. Jahrhunderts werden die Juden während der „Rindfleisch-Verfolgungen fast ausgerottet. Danach lebten in den folgenden Jahrhunderten nur noch einzelne Juden in dem Ort. Nach sehr wechselhaftem Schicksal und immer neuen Verfolgungen kam es erst im 19. Jahrhundert zu einer geregelten Ansiedlung im Ort.

Die Juden wurden führend beim wirtschaftlichen Aufschwung im Ort. Bekannt sind die Express – Fahrradwerke. Das war die erste deutsche Fahrradfabrik.

Im frühen Mittelalter bestand eine Synagoge am Ort, sie wurde zerstört. In der Neuzeit wurde ebenfalls eine Synagoge erbaut. Zu der Synagoge gehörten eine Mikwe und eine Schule.

Die Toten wurden zunächst in Sulzburg beerdigt, ab 1879 bestand ein Friedhof am Ort.

Zu Beginn der NS Zeit lebten etwa 100 Juden am Ort. Sie waren voll integriert und hatten wichtige Posten in Wirtschaft und Politik.

Die Juden wurden entrechtet und gequält, ihr Besitz wurde „arisiert“.

Wer nicht fliehen konnte, wurde in Lublin ermordet.


Der Friedhof in Neumarkt i.d. Oberpfalz

Der Eingang zum Friedhof, rechts vermutlich das Tahara Haus

Der jüdische Friedhof wurde im Jahre 1879 von der jüdischen Gemeinde erworben. Vorher wurden die Toten in Sulzburg bestattet.

Ob das Gebäude am Eingangstor die ehemalige Tahara Halle ist, konnte ich nicht herausfinden. Einige Einwohner meinen sich daran zu erinnern, dass es sich um eine Leichenhalle gehandelt hat.


Quellen und Literatur

Karl Ried, Neumarkt in der Oberpfalz – Eine quellenmäßige Geschichte der Stadt Neumarkt, Neumarkt 1960

Germania Judaica, Band III/1, Tübingen 1987,

Michael Trüger, Der jüdische Friedhof in Neumarkt, in: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern, No. 77/1998,

Alicke, Jüdische Gemeinden in Deutschland

Bilder und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 3_2017

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