Dornum

Das Wappen von Dornum

Die jüdische Gemeinde in Dornum bestand seit Mitte des 17 Jahrhunderts. Die Juden stellten einen sehr hohen Prozentsatz der Bevölkerung. Sie waren voll im Gemeindeleben integriert.Um 1730n wird erstmalig eine Synagoge am Ort erwähnt, ein Vorläufer der jetzigen Synagoge, die 1841 erbaut wurde. Im Jahre 1938 wurde die Synagoge, obwohl sie sich im Privatbesitz befand, im Inneren verwüstet. Die Synagoge wurde bis 1990 privat genutzt, seither ist sie restauriert worden und ist frei zugänglich.Die jüdischen Einwohner wurden nach 1933 verfolgt, entrechtet und verschleppt. Die meisten kamen in Vernichtungslagern um das Leben. Heute gibt es keine Juden mehr im Ort.


Der Friedhof von Dornum

Ein sephardischer Grabstein

Im Jahre 1721 wurde der jüdischen Gemeinde ein Stück Land bei der „Lübben-Warft“ als Friedhof verpachtet. Das war für die jüdische Auffassung einer ewigen Ruhe auf dem Friedhof nicht tragbar. Einige jahre später wurde der Friedhof gekauft.

Der Friedhof konnte bis 1938 genutzt werden. Die Unterlagen über die Belegung wurden im November 1938 öffentlich verbrannt. In der NS-Zeit wurde der Friedhof verkauft, die Grabsteine abgeräumt und zum Teil zerstört oder zweckentfremdet.

Nach dem Krieg sollte der Friedhof auf Anordnung der Alliierten wieder hergestellt werden. Es waren jedoch nur noch 36 Grabsteine vorhanden. Etwa 150 Grabsteine blieben verschwunden. Bei den jetzt vorhandenen Grabsteinen war eine Zuordnung zu den „richtigen“ Gräbern nicht möglich.

Einige Grabsteine gehören sephardischen Gemeindemitgliedern. Sie liegen der sephardischen Tradition folgend auf den Gräbern. Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahre 1721.


Quellen & Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Gemeinde_Dornum

Horst Reichwein: Steinerne Zeugen jüdischen Lebens in Dornum.  Dornum 1994.

http://www.alemannia-judaica.de/dornum_friedhof.htm

Fotos und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 6-18

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