Alsenz

Juden in Alsenz

Alsenz ist ein kleiner Ort im Donnersbergkreis zwischen Kaiserslautern und Bad Kreuznach.

Ab 1650 siedelten einzelne Juden in dem Ort. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Gemeinde eine Stärke von einhundert Personen. Durch Landflucht und Umzug in die Städte nahm die Anzahl der Juden ständig ab. Zur Zeit des Nationalsozialismus waren nur noch einzelne Bewohner im Ort.

Im Ort befand sich eine Synagoge mit Mikwe und Schule, vor dem Ort ein Friedhof.

Bei dem Pogrom im Jahre 1938 wurden die Häuser der Juden verwüstet, die Menschen verfolgt und gequält. Später wurden die letzten Juden von Alsenz verschleppt und ermordet.


Die Synagoge von Alsenz

Das Gebäude der Synagoge

Im Jahre 1762 wurde mit dem Bau einer Synagoge am heutigen Standort begonnen. Der Bau hatte auch Platz für eine Schule, eine Lehrerwohnung und die Mikwe.

Im Jahre 1933 wurde das Haus an einen Bauern verkauft, weil nicht mehr genug Juden für einen Gottesdienst zusammenkamen. Das Haus wurde als Lagerschuppen gebraucht und entging so der Vernichtung.
  
Nach langem Leerstand kaufte eine Familie das Haus, wohnte darin und restaurierte es. Bei der Sanierung wurde eine Genisa mit zahlreichen Schriften auf dem Dachboden entdeckt. Schriften und Kultgegenstände dürfen nach jüdischem Verständnis nicht vernichtet werden, sie werden versteckt, eingemauert, begraben – in einer Geniza.

Über die Synagoge und die Geniza berichtet Claudia Keller in einem Artikel in der Jüdischen Allgemeinen:

Artikel in der Jüdischen Allgemeinen über die Synagoge

Die Aufarbeitung der Funde erfolgt in der Judaistik (Professor Lehnardt) der Universität Mainz:

Geniza Projekt der Universität Mainz

Das linke Bild zeigt zeigt eines der alten Schriftstücke aus der Genisa. Das rechte Bild erlaubt einen Blick in den heutigen Wohnraum, den früheren Saal der Synagoge. Wir danken Frau Claudia Keller für die Überlassung der Bilder. Wir verweisen auf den Artikel von Claudia Keller in der Jüdischen Allgemeinen.


Der jüdische Friedhof von Alsenz

Der jüdische Friedhof wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmalig benutzt. Die erste Bestattung fand 1710, die letzte im Jahre 1962 statt. Heute befimden sich noch 121 Steine auf dem Gelände.


Quellen und Literatur von Alsenz

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Gemeinde_Alsenz

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/17085

Wir danken Frau Claudia Keller für die Überlassung von Bildern aus der Synagoge

https://de.wikipedia.org/wiki/Alsenz

Geniza-Projekt Alsenz, Bearb. Johannes-Gutenberg-Universität Main (2010/11), online abrufbar unter: blogs.uni-mainz.de/fb01genizatalsenz/

Kopp: Die Dorfjuden in der Nordpfalz. Dargestellt an der Geschichte der jüdischen Gemeinde Alsenz ab 1655. Otterbach. 1988

Fotos : Heiner Knester, Ilvesheim, Texte: Wolfgang&Gisela Heumann

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