Bobenheim – Roxheim

Juden in Bobenheim – Roxheim

Die heutige verbandsfreie Gemeine Bobenheim – Roxheim mit knapp 10 000 Einwohnern blickt auf eine lange Geschichte zurück. Beide Orte waren bis 1969 selbständig, ihre Entstehung geht in das 8. Jahrhundert zurück. Juden sind in beiden Orten seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ansässig. Wegen der geringen Zahl bildeten sie eine gemeinsame Kultusgemeinde. Nach einer einfachen Betstube Anfang des 19. Jahrhunderts wurde zwar eine Synagoge erbaut, die jedoch 1882/83 durch ein Hochwasser unbrauchbar wurde. Ein neues Synagogengebäude trägt die Jahreszahl 1889. Wegen der geringen Mitgliederzahl der Gemeinde musste diese Synagoge Anang des 20. Jahrhunderts verkauft werden. Sie diente als Wohnhaus und überstand die NS-Zeit. Erst vor einigen Jahren wurde das Haus so baufällig, dass es abgerissen werden musste.


Die Friedhöfe

Der heutige Friedhof

Im Ortsteil Bobenheim gab es einmal 2 jüdische Friedhöfe. Der ältere wurde um 1825 angelegt und konnte auch von anderen umliegenden jüdischen Gemeinden mitbenutzt werden. Seine Lage hinter dem Schulhaus führte dazu, dass das Gelände später als Schulhof verwendet wurde. Von den Gräbern und den Grabsteinen gibt es keine Reste. Um 1850 wurde der andere Friedhof angelegt. Damals lebten in den beiden Orten zusammen rund 50 Personen jüdischen Glaubens.Die Fläche des Friedhofs betrug anfangs 310 m2 und wurde 1903 auf 820 m2 erweitert. Bis zu den 1930er Jahren ging die Zahl der Juden stark zurück. Die letzten meist älterenPersonen wurden 1940 von den Nazis deportiert. Der Friedhof wurde geschändet, weshalb nur noch eine begrenzte Zahl an Grabsteinen existiert.


Quellen und Literatur

Kukatzki, Bernhard, Jacoby, Mario: Der jüdische Friedhof in Bobenheim – Roxheim, 1992

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/421-bobenheim-roxheim-rheinland-pfalz

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim und Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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