Fußgönheim

Juden in Fußgönheim

Das Bild zeigt die restaurierte Synagoge, die heute als Deutsches Kartoffelmuseum Fußgönheim verwendet wird.

Das Dorf liegt in der oberrheinischen Tiefebene in der Nachbarschaft von Ludwigshafen.Mit ca. 2 000 Einwohnern gehört er heute zur Verbandgemeinde Maxdorf.

Die Ansiedlung von Juden geht vor allem auf den seinerzeitigen Hofkanzler Freiherr von Hallberg zurück, der als Ortsherr um 1700 jüdischen Familien das Wohnrecht gewährte. Offensichtlich stieg die Zahl der jüdischen Einwohner bald rasch an und erreichte 1835/36 mit 170 Personen ihren Höchsstand.

1842 wurde ein Neubau der Synagoge eingeweiht, zuvor existierte bereits ein Kultgebäude, das jedoch baufällig geworden war. Die eifrige Gemeinde musste auch die neue Synagoge 1901 nach einem Brand erneuern, woran sich auch die beiden christlichen finanziell Kirchen beteiligt haben sollen. 1937 musste sie verkauft werden und diente jahrzehntelang als Lagerraum, überstand jedoch die NS-Zeit. Nach dem Krieg wurde das Gebäude restauriert und dient heute als Deutsches Kartoffelmuseum.
Die Gemeinde hatte sich 1936 auflösen müssen, 1940 gab es keine Juden mehr in Fußgönheim.

Tafel am Eingang zum Museum


Der Friedhof

1820/21 konnte in Fußgönheim ein eigener Friedhof angelegt werden, der auch für zahlreiche jüdische Gemeinden der Umgebung als Begräbnisplatz diente. Auf diesem Friedhof wurden 1939 auch die Grabsteine von Heuchelheim aufgenommen, deren Abräumung von den NS-Behörden angeordnet worden war. Der Friedhof hat eine Fläche von 16,26 a, 150 Grabsteine sind erhalten.

Ein Teil der 150 Grabsteine

Quellen und Literatur

Alicke, Klaus-Dieter: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, 2008

http://www.alemannia-judaica.de/ger_sp_ft_lu_friedhoefe.htm#Fußgönheim

http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/PFALZ/PROJEKTE/f-rlp-af.htm#Fußgönnheim

Autoren: Heiner Knester, Dietrich Bösenberg

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