Heuchelheim bei Frankenthal

Juden in Heuchelheim bei Frankenthal

Die Gemeinde mit ca. 1200 Einwohnern liegt nicht weit entfernt von Frankenthal. 1548/49 sind erstmals Juden im Ort erwähnt. Ihre Zahl dürfte im Laufe der Jahre ziemlich gering geblieben sein, so dass sich keine eigene Gemeinde bilde konnte. 1751 lebten drei jüdische Familien am Ort, mehrfach sind einzelne Namen in den Archivunterlagen genannt. Von 1808 ist ein Verzeichnis erhalten, in dem Namen und einige persönliche Daten der Juden in Heuchelheim und Beindersheim aufgeführt sind. Im Jahre 1875 lebten keine Juden mehr in Heuchelheim.


Die Friedhöfe

Angesichts der geringen Zahl jüdischer Einwohner ist es erstaunlich, dass schon 1731 ein Friedhof entstanden sein muss, der außer den Heuchelheimer Juden auch für die Toten vieler umliegender Gemeinden als Begräbnisstätte diente. Hierzu gehörte bis 1826 auch Frankenthal. Erwähnt wird auch, dass 1783 eine Erweiterung des Friedhofs erfolgte und seine Fläche dann 16,23 a betrug.  Aus Archivdokumenten lässt sich rekonstruieren, dass ab 1830 praktisch keine Bestattungen mehr stattfanden, abgesehen von Einzelfällen aus familiären Gründen.

Die Nazis ließen 1939/40 den Friedhof abräumen, die Steine wurden zumindest teilweise auf den jüdischen Friedhof in Fußgönheim verbracht. Der ehemals direkt bei der protestantischen Kirche liegende Friedhof  ist heute vollkommen verschwunden, ein Gedenkstein erinnert an ihn.

Ein neuer Friedhof entstand 1825 außerhalb des Ortes, der wiederum als Verbandsfriedhof für eine grössere Anzahl Gemeinden eingerichtet wurde. Hier sind auf einer Fläche von 23,90 a noch 118 Grabsteine und Fragmente erhalten. Der letzte Stein datiert von 1933.

Eindrücke vom neuen Friedhof


Quellen und Literatur

Kukatzki, Bernhard, Jacoby, Mario: Die jüdischen Friedhöfe in Heuchelheim bei Frankenthal, 2002

http://de.wikipedia.org/wiki/Heuchelheim_bei_Frankenthal

http://www.juden-in-frankenthal.de/j%C3%BCdische-friedh%C3%B6fe/friedh%C3%B6fe-vor-1826/

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim und Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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