Kirchheim

Juden in Kirchheim

Der kleine Ort mit ca. 200 Einwohnern, der früher Kirchheim a.d.Eck hiess, gehört zum Landkreis Bad Dürkheim und ist als Weinort bekannt.

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts lebten hier einige jüdische Familien, die im Laufe der Jahre eine eigene Gemeinde bildeten. Schon Ende des 18. Jahrhunderts hatte sie eine erste Synagoge, die um 1890 durch einen Neubau ersetzt wurde. Bis zum Jahre 1900 stieg die Zahl der jüdischen Bürger auf fast 90 Personen, um dann durch die einsetzende Ab- und Auswanderung wieder stark zu sinken – 1939 waren nur drei Personen verblieben. Die Synagoge wurde von den Nazis im November 1938 demoliert, jedoch blieb das Gebäude erhalten und wurde zwangsweise an die politische Gemeinde verkauft. 1970 wurde sie in ein Wohnhaus umgebaut.


Der Friedhof

Tafel am Eingang

Einen eigenen Friedhof konnte die jüdische Gemeinde 1887 einweihen. Seine Fläche beträgt 390 m2. Im Laufe der Jahre wurden 46 Personen bestattet, die letzte Beerdigung fand 1962 statt. Im November 1938 verwüsteten die Nazis nicht nur die Synagoge, sondern auch den Friedhof, wobei alle Grabsteine zerstört wurden.

Nach dem Krieg gelang es, einige Grabsteine wieder instand zu setzen und sie auf dem Gelände aufzustellen. Zur Erinnerung an das Schicksal der Kirchheimer Juden errichtete die Gemeinde ein Denkmal, auf dem die Namen der hier bestatteten Juden aufgeführt sind. Auf der Rückseite sind die Namen der nach der Deportation umgekommenen Kirchheimer jüdischen Bürger aufgeführt.

Eindrücke vom Kirchheimer Friedhof


Quellen und Literatur

Jakobs, Willi: Denkmal dunkler Zeiten, Friedhof und Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Kirchheim, in: Heimat – Jahrbuch des Landkreises Bad Dürkheim, 1997

Alicke, Klaus-Dieter: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, 2008

http://www.alemannia-judaica.de/kirchheim_weinstrasse_friedhof.htm

http://www.kirchheim-weinstrasse.de/

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim, Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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