Kirrweiler

Juden in Kirrweiler

Kirrweiler ist ein kleiner Ort mit ca. 2000 Eiunwohnern im Weingebiet an der südlichen Weinstraße. Juden haben hier vermutlich schon im 17. Jahrhundert gelebt, was durch die Existenz eines Ritualbades aus dieser Zeit belegt ist. In Archivdokumenten wird berichtet, dass Juden u.a. aus Kirrweiler 1635 vor den Gefahren des 30-jährigen Krieges in die Stadt Speyer flohen. Ferner werden 1721 eine Anzahl Juden als Haus- und Grundeigentümer erwähnt.

Das Anwachsen der jüdischen Bevölkerung führte 1766 zur Einrichtung einer Bethauses/Synagoge. Diese wurde 1830 erweitert. Sie wurde auch von den Juden aus Maikammer besucht. Wegen der geringen Zahl an Gemeindemitgliedern musste die Synagoge später verkauft werden, was jedoch bedeutete, dass das Gebäöude bis heute erhalten ist. Im Ort gab es zeitweise auch eine jüdische Schule.

Juden und Christen lebten in guten Beziehungen, bis in der NS-Zeit auch hier die Verfolgungen begannen. Nur noch wenige Personen waren in Kirrweiler verblieben, sie wurden 1940 deportiert und kamen um.


Der Friedhof

In dem etwas entfernten Ort Essingen bestand seit 1618 ein großer Friedhof, der als Verbandsfriedhof für fast 50 Gemeinden der näheren und weiteren Umgebung diente. Dazu gehörte bis 1868 auch Kirrweiler. Die jüdische Gemeinde von Kirrweiler, aber auch die von Maikammer und Diedesfeld hatten über lange Jahre wiederholt bei den Behörden die Genehmigung eigener Friedhöfe beantragt, da die Anzahl jüdischer Bürger in den drei Gemeinden dies erlaube und erfordere. Nach vielen Ablehnungen konnte dann 1868 das entsprechende Gelände erworben werden. Auf einer Fläche von rund 550 m2 sind heute noch 46 Grabsteine vorhanden. In der NS-Zeit waren zeitweilig alle Grabsteine abgeräumt worden, da hier eine Grünanlage geplant war. Die geretteten Grabsteine wurden nach Kriegsende wieder aufgestellt, allerdings nicht an den ursprünglichen Stellen, um eine leichtere Pflege zu ermöglichen.

Der Friedhof von Kirrweiler gelangte 1979 in einer unrühmlichen Affäre in die Presse. Ein Grundbesitzer beanspruchte das Gelände für den Anbau von Wein. Nach langwierigen Verhandlungen konnte der Standort gesichert werden, die Gemeinde Kirrweiler pflegt diesen sorgfältig.

Eindrücke vom Friedhof


Quellen und Literatur

Kukatzki, Bernhard: Der jüdische Friedhof in Kirrweiler, Begräbnisplatz für Kirrweiler, Maikammer und Diedesfeld, 1995

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/k-l/1058-kirrweiler-rheinland-pfalz

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim und Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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