Rockenhausen

Jüdisches Leben in Rockenhausen

Chanukka Leuchter aus der Synagoge

Rockenhausen ist eine Kleinstadt im Nordosten von Kaiserslautern im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Es gab bereits im 13. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde am Ort. Bei Verfolgungen gegen Ende des 13. Jahrhunderts bis Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die meisten Juden erschlagen oder vertrieben. 

Einzelne Juden lebten wieder im 17. Jahrhundert in Rockenhausen, erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl deutlich zu und erreichte ein Maximum von 150 Menschen.

Durch Abwanderung in die Großstädte ging die Anzahl rasch wieder zurück.

Die umliegenden Dörfer gehörten zur Synagogengemeinde Rockenhausen. 

Neben der Synagoge hatte die Gemeinde eine Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. 

In der Zeit nach 1933 nahm die Zahl der jüdischen Bürger durch Repressionen, Ausgrenzungen und Entrechtungen deutlich ab. 

Die verbliebenen 17 Juden, die sich nicht durch Emigration retten konnten, wurden verschleppt und ermordet. 

In Rockenhausen bestand im 18. Jahrhundert zunächst ein Betsaal, erst um 1885 wurde ein Wohnhaus zu einer Synagoge umfunktioniert. Sie fasste etwa 60 Personen.

Im November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Synagoge zerstört. Das Gebäude wurde zweckentfremdet und nach wechselhaftem Schicksal in der Neuzeit abgebrochen.

Eine Tafel weist auf den ehemaligen Standort hin. Ein Chanukka Leuchter aus der Synagoge befindet sich im Heimatmuseum. 

Ein bekannter Sohn der Stadt ist Daniel-Henry Kahnweiler, ein Kunsthändler. Er sammelte vorwiegend Werke von Picasso und vermachte sie der Stadt Rockenhausen. Sie können heute im Kahnweiler-Haus besichtigt werden.


Die Friedhöfe

Der alte Friedhof

Aussenansicht des Friedhofs

Der alte, erste Friedhof wurde im 18. Jahrhundert angelegt und lag an der Stadtmauer. Von diesem Friedhof sind keine Grabsteine erhalten.

Man sieht nur die Umfassungsmauer und eine Grünfläche mit Bäumen.

Der neue Friedhof

Aussenansicht des Friedhofs

Im Jahre 1912 wurde der neue Friedhof errichtet. Er liegt im Süden der Stadt und wurde bis zum Jahre 1939 belegt. Es sind noch einige Grabsteine erhalten.


Quellen und Literatur

Alicke, Klaus-Dieter, Lexikon der jüdischen Gemeinden im Deutschen Sprachraum, 2008 Gütersloher Verlagshaus.

Engel, Armin, Die ehemalige Judenschule in Rockenhausen, in: Nordpfälzer Geschichtsverein, 1983, S. 77 – 85

http://www.alemannia-judaica.de/rockenhausen_synagoge.htm#Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Bilder: Heiner Knester, Ilvesheim; Texte: Gisela&Wolfgang Heumann

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