Speyer

Jüdisches Leben in Speyer

Speyer ist eine der ältesten Städte Deutschlands, liegt am Oberrhein in Rheinland-Pfalz.

Speyer gehört zu den „SCHUM“ Städten Speyer, Worms und Mainz und gilt daher als eine der wichtigsten Städte der ashkenasischen Kultur.

Vom 11. bis zum 14. Jahrhundert. Gelehrte aus anderen europäischen Staaten zog es in die SHUM Städte, von hier gingen zahlreiche Gründungen von jüdischen Hochschulen und Zentren in anderen Städten aus. Zu einer Zeit, in der fast kein chridtlicher Bewohner Deutschland eine Schulbildung hatte, konnten 40% der jüdischen Bürger –Männer und Frauen- lesen, es gab Schulen für Frauen!

In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurden die Gemeinden während der Pestpogrome vernichtet. Das führte dazu, daß die Juden Speyer verließen und erst wieder zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Stadt zurückkehrten.

 Die Reste der mittelalterlichen Synagoge und die Mikwe sind erhalten und sind im „Judenhof“ zugänglich.

Eine neue Synagoge wurde im Jahre 1837 erbaut und 1938 im Rahmen der Novemberpogrome vernichtet.

 Seit 1996 existieren wieder eine jüdische Gemeinde und eine neue Synagoge.

 In der NS-Zeit wurden die Juden von Speyer, soweit sie nicht fliehen konnten, verfolgt und ermordet.


Die Friedhöfe

Die ehemalige Tahara Halle bei St. Klara Wikipedia gemeinfrei

Speyer hat drei jüdische Friedhöfe, von denen zwei nicht mehr existieren.

Der Friedhof aus dem Mittelalter lag im ersten Judenviertel der Stadt. Nach wechselvollem Schicksal wurde er im 18. Jahrhundert Ackerland.

Die Grabsteine wurden als Baumaterial verwendet. Bei Abbrucharbeiten im 20. Jahrhundert wurden Grabsteine aus dem 12. Jahrhundert gefunden. Sie sind heute im „Judenhof“ ausgestellt.

 Der Friedhof St. Klara wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts angelegt, aber 1888 aufgegeben. Die Tahara- Halle ist heute erhalten und wird als Garage genutzt. Die Ostmauer steht ebenfalls noch. Grabsteine sind nicht mehr vorhanden.

 Der neue jüdische Friedhof ist Teil des Kommunalfriedhofs an der Wormser Landstrasse. Er wurde von 1888 bis 1940 belegt. Seit 1980 wird er wieder regelmäßig für Bestattungen benutzt. Auf dem Friedhof stehen über 250 Grabsteine.


Quellen und Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Friedh%C3%B6fe_in_Speyer

https://de.wikipedia.org/wiki/Speyer

http://www.alemannia-judaica.de/speyer_friedhof.htm

Bruno / Dittus: Jüdisches Leben in Speyer. Einladung zu einem Rundgang. Haigerloch 2004.

Debus: Geschichte der Juden in Speyer. In: Beiträge zur Speyerer Stadtgeschichte, Heft 6, Bezirksgruppe Speyer des Historischen Vereins  Pfalz 1981

Peters / Strehlen: Jüdische Friedhöfe in Rheinland-Pfalz. In: Sachor. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz, 1998

Die ehemalige Tahara Halle bei St. Klara Wikipedia gemeinfrei, Foto Sundar1

Autoren: Fotos: Heiner Knester, Ilvesheim, Texte: Gisela&Wolfgang Heumann 3_2015

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