Forst

Juden in Forst

Wappen von Forst * Wikipedia gemeinfrei

Der Ort Forst liegt in der Lausitz östlich von Cottbus.

Einige wenige Juden sind bereits im 14. Jahrhundert nachweisbar. Aber erst im 16. Jahrhundert lebt regelmässig eine größere Anzahl in der Neustadt, also vor den Stadttoren. Die Siedlungsgeschichte ist durch Höhen und Tiefen, Vertreibungen und Wiederansiedlungen geprägt.

Um 1815 entsteht langsam bis zum Ende des Jahrhunderts eine selbständige Gemeinde mit Friedhof und anderen sozialen Einrichtungen. Eine Synagoge wurde 1920 in einem Wohnhaus eingerichtet. Im Jahre 1935 wohnen 250 Juden im Ort.

Bereits nach dem Ersten Weltkrieg begannen Verleumdungen und Verfolgungen. Ab 1933 begann die systematische Verfolgung, die in den Pogromen, den Verschleppungen und Ermordungen ihren traurigen Höhepunkt fanden.

Die Synagoge wurde im Inneren zerstört, konnte aber später genutzt werden und wurde 1970 wegen Baufälligkeit abgerissen.


Der jüdische Friedhof von Forst

Der Friedhof liegt seit 1945 in Polen, im Dorf Zasieki.

Vom Grenzübergang (nördlich von Forst) aus folgt man den Wegweisern in Richtung Zasieki über einen Kreisverkehr hinaus bis zum Bahnübergang in Zasieki. Vor dem Bahnübergang stellt man den Wagen ab und geht ein paar Schritt zurück (nordwärts) bis zum ersten Haus. Vor diesem zweigt nach rechts (ostwärts) ein baumgesäumter Feldweg ab, dem man ca. 500 m weit folgt, bis zum Ende der Bebauung linkerhand. Hier kreuzt ein weiterer Feldweg, dem man nach links (nordwärts) ca. 50 m folgt, bis man auf der linken Seite den Friedhof sieht.

Der Friedhof ist auf drei Seiten von einem ziemlich verrotteten Holzzaun eingefaßt, auf der (östlichen) Zugangsseite fehlt der Zaun, soll aber offenbar demnächst wieder errichtet werden.

Sämtliche Gräber sind zerstört, nur bei zwei der drei ist noch so viel Inschrift erhalten, um einen Namen zu erkennen.

Fast alle Deckplatten sind zerbrochen, sie sind aus Beton, nicht Naturstein, was auf eine wenig wohlhabende Gemeinde schliessen lässt.

Die genaue Zahl der Grabstellen auf diesem um 1900 angelegten Friedhof ist nicht mehr bestimmbar, sie dürfte zwischen 30 und 50 liegen.

Der Erhaltungszustand ist trostlos.

Seit 2007 hat sich das Gymnasium in Forst des Friedhofs angenommen, einmal im Jahr bemühen sich Schüler von dort gemeinsam mit solchen von der Partnerschule aus Israel einen Tag um die Pflege des Friedhofes.

Stand: August 2009.

zu den Quellen und der Literatur

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