Mainz

Jüdisches Leben in Mainz

Mainz ist die Hauptstadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Die Stadt liegt an der Mündung des Flusses Main in den Rhein. Eine jüdische Besiedlung lässt sich bereits weit vor dem Jahre 1000 nachweisen. Mainz, jiddisch „Magenza“, gehört zu den SCHUM Städten Speyer, Worms und Mainz, die nicht nur beim Handel, sondern auch in jüdischer Gelehrsamkeit und Kultur eine führende Stellung einnahmen. Mainz war über lange Zeit das Zentrum der jüdischen Wissenschaften in Europa.

Während der Kreuzzüge wurden viele Gemeindemitglieder ermordet. Die Gemeinde war über Jahrzehnte erloschen.

Die neue Synagoge in Mainz

Auch in den folgenden Jahrhunderten hielten die Verfolgungen an. Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einem deutlichen Anwachsen der Anzahl jüdischer Einwohner. Sie hatten große Bedeutung für das städtische Leben und waren voll integriert.  

Nach 1933 wurden auch in Mainz die Juden verfolgt, gedemütigt, verschleppt und ermordet.      

 In Mainz gab es im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Synagogen der unterschiedlichsten jüdischen Glaubensrichtungen.

Sie wurden im Jahre 1938 zerstört, soweit sie nicht schon aus anderen Gründen aufgelassen waren.

Der Eingangsbereich der neuen Synagoge

Die letzte bestehende Synagoge, die Hauptsynagoge, wurde im November 1938 zerstört.

Nach dem Krieg entstand langsam wieder eine jüdische Gemeinde, die jetzt 2016, wieder etwa 1400 Mitglieder hat.


Die jüdischen Friedhöfe in Mainz

Ein alter Grabstein

In Mainz bestand der Friedhof „Am Judenand“ vermutlich bereits vor dem 10. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung gibt es im Jahr 1286. Diese alte Grabanlage wurde im Mittelalter mit dem Niedergang der jüdischen Gemeinde zerstört. Die Grabsteine wurden verschleppt und als Baumaterial benutzt.

Ab 1583, mit der Neugründung der jüdischen Gemeinde, wurde der Friedhof am Judensand wieder bis 188o genutzt. Mit der Gründung des neuen Friedhofs an der Zahlbacher Strasse wurde er gehlossen.

Im Stadtgebiet von Mainz wurden bei Bauarbeiten zahlreiche alte Grabsteine gefunden. Sie wurden im oberen Teil des Judensandes in einem eigenen, abgegrenzten Gebiet, dem „Denkmalfriedhof“, aufgestellt.

Hier steht der älteste Grabstein Mitteleuropas aus dem Jahre 1049. Auch die Steine der berühmten Rabbis Gershom bar Jehuda und Rabbi Kalonymos stehen hier. Sie waren bedeutende Gelehrte Ihrer Zeit.

Neben den genannten Friedhöfen gab es in der Umgebung zahlreiche Dörfer mit eigenen Friedhöfen, die jetzt in Mainz eingemeindet sind. Das sind die Friedhöfe von der Mainzer Vororte Ebersheim, Hechtsheim, Bretzenheim und Weisenau.

Der jüdische Friedhof in Mainz am Judensand

Der Judensand ist der älteste jüdische Friedhof in Europa. Er liegt an der Momberger Strasse in Mainz und hat noch etwa 1500 Grabsteine.

Der Friedhof wurde im Jahre 1012 gegründet und im Mittelalter zerstört. Die Grabsteine wurden später wieder gefunden und aufgestellt. Der Friedhof wurde bis zum Jahre 1880 genutzt.

Der Denkmalfriedhof in Mainz am Judensand

Der Judensand ist der älteste jüdische Friedhof in Europa. Er liegt an der Momberger Strass in Mainz und hat noch etwa 1500 Grabsteine.

Der Friedhof wurde im Jahre 1012 gegründet und im Mittelalter zerstört. Die Grabsteine wurden später wieder gefunden und aufgestellt. Der Friedhof wurde bis zum Jahre 1880 genutzt.

Der neue jüdischee Friedhof Mainz an der Zahlbacher Strasse

Der Friedhof an der Zahlbacher Strasse wurde im Jahre 1881 eröffnet. Damals war der bis dahin genutzte Friedhof „Judensand“ voll und konnte nicht mehr benutzt werden.

Auf dem Friedhof wurde die Trauerhalle erbaut. Sie wurde mehrfach renoviert  und gilt als Kulturdenkmal.

Der jüdische Friedhof in Mainz Ebersheim

Ebersheim ist ein Stadtteil von Mainz. Der jüdische Friedhof wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Zorndorfer Strasse angelegt.

Heute sind noch 41 Grabsteine aus den Jahren 1875 bis 1923 erhalten.

Der jüdische Friedhof in Mainz Hechtsheim

Der Jüdische Friedhof in Maiz Hechtsheim besteht ab 1882. Vorher wurden die Toten in Mainz beerdigt. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1938 statt.

Der Jüdische Friedhöfe in Mainz Bretzenheim an der Dantestrasse

In Mainz Bretzenheim bestehen zwei jüdische Friedhöfe, ein älterer wurde 1883 angelegt. Dieser ältere Friedhof liegt zwischen Dante- und Ulrichstrasse.
Es sind 18 Grabsteine aus der Zeit bis 1919 erhalten.

Das Eingangstor zum Friedhof an der Dantestraße

Der jüdische Friedhof Mainz Bretzenheim Am Ostergraben

In Mainz Bretzenheim bestehen zwei jüdische Friedhöfe, der jüngere Friedhof wurde im Jahre 1912 angelegt. Im Jahre 1938 fand die letzte Beerdigung statt. Heute befinden sich noch 19 Grabsteine auf dem Friedhof. Im Jahre 2007 wurde erneut ein Jude auf dem Friedhof beigesetzt. Der Friedhof liegt auf dem kommunalen Friedhof „Am Ostergraben“.

Der alte jüdische Friedhof in Mainz Weisenau

Der jüdische Friedhof von Mainz Weisenau liegt an der Portlandstrasse. Er wurde im Jahre 1882 eingeweiht und bis zur Mitte der 30er Jahre belegt. Heute befinden sich noch 44 Grabsteine auf dem Gelände.


Quellen und Literatur

Böttcher / Ochs: Denkmal – denk mal. Der alte jüdische Friedhof in Magenza / Die „Neue Synagoge“. In: SACHOR. Beiträge zur Jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz.  Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Verlag Matthias Ess Bad Kreuznach. 5. Jahrgang, Ausgabe 2/95 

http://www.jgmainz.de/geschichte.htm

http://www.jgmainz.de/

http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/mainz/einzelaspekte/magenza-die-geschichte-des-juedischen-mainz.html

http://www.juden.de/gemeinden/juedische_gemeinde_mainz.html

Bilder : Heiner Knester, Ilvesheim, Texte Gisela&Wolfgang Heumann 7_2016, 2_2017

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