Bonn

Juden in Bonn

Die Synagoge in Bonn Reinhard Hauke, siehe Quellen

Bei den Judenverfolgungen im Rahmen der Kreuzzüge werden zuerst Juden in Bonn erwähnt. Nach dem ersten Kreuzzug wurde Bonn eines der Zentren des Talmudstudium.  In den folgenden Jahrhunderten wechselten Pogrome und Zeiten von Ruhe und Wohlstand einander ab.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts bestanden das Ghetto, die Judengasse, eine Mikwe und ein Wohnhaus für den Rabbiner. Einzelne Juden profilierten sich als Hoflieferanten, Hoffaktoren und Bankbesitzer. Auch bei den Ärzten gab es berühmte Namen.

Im Rahmen der Emanzipation orientierte sich die Stadtgemeinde liberal, während die Landgemeinden Beuel, Poppelsdorf und Godesberg orthodox waren.

Viele Juden wirkten als Lehrer an der Hochschule.

Die Gemeinde hatte um 1933 etwa 1300 Mitglieder. Wer in den Folgejahren nicht fliehen konnte, wurde verschleppt und ermordet.

Um 1754 wurde in der Judengasse 10 eine Synagoge gebaut. Im Jahre 1878 wurde sie an gleicher Stelle neu gebaut.

Im November 1938 wurde die Synagoge durch Brandstiftung vernichtet.

In der Rheindorfer Strasse bestand ein ostjüdischer Betsaal, das Gebäude ist erhalten.

Seit 1808 war neben der Hauptsynagoge eine Synagoge in der Wilhelmstrasse 78 vorhanden.

In Poppelsdorf und Endenich hatten eigene Synagogen. Sie wurden bei den Novemberpogromen zerstört.


Die Friedhöfe

Der Friedhof an der Hainstrasse

Der Friedhof befindet sich an der Hainstrasse in Endenich. Er war früher der Friedhof der Gemeinde Poppelsdorf. Heute stehen auf dem Gelände noch neunzig Grabsteine. Unter einem kleinen Hügel m Hauptweg sind religiöse Kultgegenstände beerdigt.

Die Bilder zeigen die Gesamtansicht und die Lage des Friedhof mitten in einem Wohngebiet.

Die Bildrechte liegen bei Reinhard Hauke, s.h. Quellen

Der Friedhof am Godesberg

Ab 1730 wurden Juden in am Südosthang des Godesberges beerdigt.  Ab 1900 fanden hier keine Beerdigungen  mehr statt. Heute sind 33 Grabsteine vorhanden. Sie wurden mehrfach aufwändig restauriert. Am Gräberfeld erinnert ein Stein an die getöteten Gemeindemitglieder.

Der Friedhof in der Augustastrasse

Im Jahre 1872 erwarb die Gemeinde einen Friedhof am heutigen Augustusring im Stadtteil Castell.

Am Eingang rechts befindet sich eine Halle für die Zeremonien, im hinteren Teil eine Tahara Halle.

Der Friedhof in Schwarzrheindorf

Der Friedhof liegt am rechten Ufer des Rheins. Die ältesten Grabsteine stammen aus dem Jahre 1623. Insgesamt befinden sich 445 Grabsteine an diesem Ort.

Immer wieder wurde von Verwüstungen und Überschwemmungen  berichtet. 

Ab 1818 wurde die Fläche von Bonn und Beuel gemeinsam benutzt.

Im letzten Weltkrieg wurde der Friedhof durch die Installation von Flugabwehrgeschützen stark beschädigt.


Quellen und Literatur

http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinland

Pracht-Jörns, Elfi: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein – Westfalen. Teil I. Regierungsbezirk Köln . Köln 1997,

Brocke, Michael / Dan Bondy: Der alte jüdische Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf – 1623-1956. Köln/Bonn 1998

Reuter: Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts . Bonn 2007,

http://de.wikipedia.org/wiki/Religionen_in_Bonn#Judentum

http://www.heldermann.de/BSM/BSM05/bsm05-227.pdf

http://www.bonner-geschichtswerkstatt.de/index.php/projekte/bad-godesberg/67-der-mord-an-den-godesberger-juden-1933-19451

http://www.bonn-castell.de/juedischer-friedhof.html

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Schwarzrheindorf)

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_%28Endenich%29

Rechte Bilder Jüdischer FH in Endenich,Jüdischer Grabstein und Synagoge: Reinhard Hauke, Wikipedia Creative Commons Attribution Share

Autoren: Bilder und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann 2_2015

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