Elsdorf

Juden in Elsdorf

Wappen von Elsdorf – Wikipedia gemeinfrei

Elsdorf ist eine Kleinstadt etwa 30 Kilometer westlich von Köln.

Bereits um 1700 ist der erste Jude in Elsdorf, der Metzger Lazarus Moises, aktenkundig. Nach 100 Jahren, um 1800, lebten etwa 30 Juden in der Gegend. Im 19. Jahrhundert und bis 1933 ist die Anzahl der Juden nie über 50 Personen gestiegen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der bisherige Betraum durch eine bescheidene einstöckige Synagoge mit Lehrerwohnung ersetzt. Das Gebäude wurde 1938 verwüstet und 1944 durch Bomben stark beschädigt. Im Jahre 1954 wurde die Synagoge abgerissen. Heute steht auf den Grundmauern der Synagoge ein Kaufladen. Es gibt es in Elsdorf nach Verfolgungen und Verschleppungen keine Juden mehr.


Der jüdische Friedhof an der Zuckerfabrik

Der jüdische Friedhof von Elsdorf befindet sich an der großen Zuckerfabrik. Der Friedhof wurde im Jahre 1847 erworben. Der älteste Stein stammt von 1791, das Gelände wurde bereits vor dem Erwerb als Friedhof genutzt. Heute sind etwa 80 Gräber vorhanden. Es wurden Gräber hierher verlegt, die dem Barunkohlentagebau weichen mussten. Ein Stein erinnert an russische Zwangsarbeiter, die durch Bomben umkamen. Ein Überlebender Jude liess einen Gedenkstein errichten.

Wenn der Braunkohletagebau im Hambacher Forst wie geplant ausgebaut wird, gibt es diesen Friedhof demnächst nicht mehr.


Quellen & Literatur

Heinz Gerd Friedt, Das Buch der Erinnerungen, Heimatverein Elsdorf, 2008. Erhältlich bei lokalen Buchhandlungen.

Pracht-Jörns, Elfi, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Bachem, Köln, 2003

Reuter, Ursula, Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. (Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, VIII.8.,2007, Bonn.

Bilder und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 9-2017

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