Essen

Jüdisches Leben in Essen

Essen ist eine Großstadt im Ruhrgebiet. Sie ist eine der größten Städte Deutschlands. Die Stadtgründung datiert ins 9. Jahrhundert.

Juden lassen sich erstmalig im ausgehenden 13. Jahrhundert in der Stadt nachweisen. Bereits im 17. Jahrhundert hatten sie eine Synagoge, die jedoch aus Platzmangel im Jahre 1808 durch die Synagoge in der Weberstrasse ersetzt wurde. Aber auch diese Synagoge war bald zu klein und wurde durch den grossen Bau gegenüber dem Essener Münster ersetzt. Diese Synagoge steht noch, die Gottesdienste finden heute allerdings in einem kleineren Gebäude in der Sedanstrasse statt.

In den Stadtteilen von Essen bestanden noch einzelne kleine Synagogen, Mikwen und Schulhäuser. Sie sind nicht erhalten.

Heute existiert in der Stadt wieder eine größere jüdische Gemeinde.

Die Synagoge


Die Essener Friedhöfe

Der erste Friedhof wurde im Jahre 1716 an der Lazarettstrasse eingeweiht. Im Jahre 1880 folgte dann der Friedhof am Segeroth, der heute noch etwa 700 Grabsteine enthält. 

Weitere Friedhöfe bestanden am Hiltrops Kamp, an der Lanterstrasse, am Pastoratsberg in Werden und an der Schulzstrasse.

Die jüdische Bevölkerung betrug in Spitzenzeiten 4500 Köpfe. In der Nazizeit wurden die Juden verfolgt, entrechtet, gequält und getötet. Nur wenige der betroffenen Menschen überlebten die Verfolgungen. 

Der Friedhof am Hiltrops Kamp

Der Friedhof am Hiltrops Kamp liegt im Essener Stadtteil Steele. Hier bestand ab 1879 eine selbständige jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge. Sie wurde 1938 abgebrannt und abgerissen.

Der Friedhof am Hiltrops Kamp ist der Nachfolger des Friedhofs am Knottenberg, der vom 17. bis zum 19. Jahrhundert belegt wurde.. Von diesem Friedhof ist nichts mehr erhalten. Er wurde überbaut.

Der neue Friedhof liegt inmitten eines dichten Wohngebietes und enthält noch etwa 150 Grabsteine.

Der Friedhof an der Lanterstrasse

Der Friedhof an der Lanterstrasse liegt im Stadtteil Huttrop. Er wurde im Jahre 1766 zuerst belegt und im Jahre 1855 geschlossen. Es sind heute noch 2 Grabsteine und eine Gedenkstele erhalten. 

Die genaue Lage des Friedhofs kann heute nicht mehr bestimmt werden.

Der Friedhof am Pastoratsberg in Werden

Der Friedhof von Werden wurde etwa im Jahre 1830 angelegt. Er gehörte zur selbständigen Gemeinde Werden, heute ein Stadtteil von Essen. Er wurde nur bis zum Jahre 1844 belegt.

Hier bestand eine eigene jüdische Gemeinde, die etwa 50 Personen umfasste und sich in einem kleinen Betsaal in Heidhausen traf.

Der Friedhof an der Schulzstrasse

Der Friedhof an der Schulzstrasse ist Teil des Essener Parkfriedhofs im Stadtteil Huttrop. Er wurde im Jahre 1931 gegründet und wird bis heute von der jüdischen Gemeinde genutzt.

Auf dem Friedhof steht eine Stele zur Erinnerung an die Opfer der Nazi Zeit. 

Etwa 30 Steine vom alten Friedhof an der Lazarettstrasse stehen auf diesem Friedhof.

Der Friedhof am Segeroth

Im Essener Arbeiterviertel Segeroth wurde im Jahre 1885 der jüdische Friedhof als Teil des Essener Kommunalfriedhofs eröffnet. Bis zum Jahre 1991 fanden hier noch Beerdigungen statt. Es sind heute noch etwa 700 Grabsteine vorhanden.


Quellen und Literatur


Hans Gerd Engelhardt, Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde Kettwig, Essen 1980

Benno Reicher, Jüdische Geschichte und Kultur in NRW – ein Handbuch, in: Kulturhandbücher NRW, Band 4 Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit in NRW, 1993


Michael Zimmermann, Zur Geschichte der Essener Juden im 19. und im ersten Drittel des 20.Jahrhunderts, in: Studienreihe der Alten Synagoge, Band 1: Jüdisches Leben in Essen 1800 – 1933, Hrg. Alte Synagoge Essen, 1993


Alte Synagoge (Hrg.), Jüdisches Leben in Essen 1800 – 1933, Alte Synagoge – Studienreihe, Band 1, Essen 1993 

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus – Eine Dokumentation, Hrg. Bundeszentrale f. polit. Bildung, Bonn 1995, 


Michael Zimmermann (Hrg.), Geschichte der Juden im Rheinland und in Westfalen, in: Schriften zur politischen Landeskunde Band 11, Hrg. Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, Kohlhammer Verlag GmbH, Köln/Stuttgart/Berlin 1998


Hans Gerd Engelhard, Chronik der jüdischen Gemeinde Kettwig/Kettwig vor der Brücke, Synagogengemeinde Laupendahl im Bergischen Land, Essen-Kettwig 1999


Michael Brocke (Hrg.), Feuer an dein Heiligtum gelegt – Zerstörte Synagogen 1938 in Nordrhein-Westfalen, Ludwig Steinheim-Institut, Kamp Verlag, Bochum 1999, S. 162 – 165 und S. 287/288


Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Reg.bezirk Düsseldorf, J.P.Bachem Verlag, Köln 2000, S. 105 ff.

Michael Brocke/Christiane E. Müller, Haus des Lebens – Jüdische Friedhöfe in Deutschland, Reclam Verlag, Leipzig 2001


Nathanja Hüttenmeister, Der jüdische Friedhof in Essen-Segeroth, in: Kalonymos – Beiträge zur dt.-jüd. Geschichte aus dem Salomon Ludwig Steinheim-Institut, Heft2/2012, 


Elfi Pracht-Jörns/K.Peter Wiemer, Die neue Synagoge Essen, hrg. vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Essen 2013

Texte und Bilder: Gisela&Hendrik&Wolfgang Heumann

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