Herne

Jüdisches Leben in Herne

Eine sichere Ansiedlung von Juden in Herne lässt sich erst ab 1806 nachweisen. Es entwickelte sich langsam eine beständige jüdische Gemeinde, die um 1900 etwa 300 Mitglieder hatte. Die Juden waren in der Stadt voll integriert und akzeptiert.

Die Gemeinde gehörte zunächst zur Synagoge Bochum, baute sich dann aber im Jahre 1911 selbst eine Synagoge in der heutigen Hermann-Löns- Strasse.

Die Synagoge und die Schule wurden im November 1938 abgebrannt und anschliessend abgerissen.

In und um Herne bestanden vier Friedhöfe.


Die Friedhöfe

Der jüdische Friedhof an der Dürerstrasse

Auf dem Friedhof an der Dürerstrasse beerdigten die Wanner und Eickeler Juden Ihre Toten. Der Friedhof wurde von der Mitte des 19. Jahrhunderts für Begräbnisse benutzt, ist aber wahrscheinlich schon älter.

Der Friedhof an der Robert Grabski Strasse

Dieser Friedhof wurde im Jahre 1878 eingerichtet. Er enthält etwa 120 Grabsteine. Beerdigungen fanden vereinzelt noch bis zum Jahre 1959 statt. Der Friedhof wurde auch in der Nachkriegszeit häufig geschändet.

Der Friedhof auf dem kommunalen Südfriedhof

Nach 1900 wurde auf dem Südfriedhof eine Parzelle für jüdische Beerdigungen eingerichtet. Da eine Hauptforderung der jüdischen Begräbniskultur, die ewige Ruhe der Gräber und der Begrabenen, nicht erfüllt wurde, akzeptierten die jüdischen Bewohner diese n Friedhof nicht. So fanden nur sehr wenige Beerdigungen statt.

Jüdische Gräber auf dem Waldfriedhof

Auf dem Waldfriedhof wurden nach 1900 17 Beerdigungen vollzogen. Auf dieser Parzelle wurden Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beerdigt. Nach dem Krieg wurden die jüdischen Toten umgebettet, die Grabsteine wurden neu errichtet, da die alten Grabsteine verschwunden waren.


Quellen und Literatur

Pracht-Jörns, Elfi, Jüdisches Kulturerbe in NRW, Köln, Bachem

Tohermes, Kurt: Sie werden nicht vergessen sein. Geschichte der Juden in Herne und Wanne-Eickel. Stadt Herne  1987

Wikipedia, Jüdische Friedhöfe in Herne, Herten und Wanne-Eickel

Hartmut Stratmann, Günter Birkmann: Jüdische Friedhöfe in Westfalen und Lippe, Düsseldorf 1987

Bilder und Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 10/16

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