Wattenscheid (Bochum)

Juden in Wattenscheid

Wappen von Wattenscheid – Wikipedia gemeinfrei

Erste Juden siedelten um 1600 in Wattenscheid. Um 1900 war der Höchststand der jüdischen Bevölkerung mit 177 Juden erreicht. Im Jahre 1929 wurde eine Synagoge eingeweiht. Bis dahin hatten die Gottesdienste in Betstuben stattgefunden. Im Jahre 1897 wurde ein Schulhaus errichtet. Die Synagoge wurde im Jahre 1938 abgebrannt. Die Bevölkerung wurde verschleppt und zum größten Teil ermordet.


Der jüdische Friedhof an der Bochumer Strasse

Gedenkstein auf dem Friedhof

Der Friedhof besteht wahrscheinlich schon seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. Der älteste Grabstein datiert von 1748. In der Zeit nach 1933 wurde der Friedhof geschlossen, die Grabsteine verkauft. Die Steine aus Basalt und Granit wurden weiter verwertet. Einige Steine wurden nach dem Krieg bei einem Steinmetz gefunden und wieder aufgestellt. Heute stehen auf dem Friedhof 22 Steine und eine Gedenksäule.


Quellen & Literatur

Samuel Oppenheim: Hundert Jahre Synagogengemeinde Wattenscheid. Festgabe zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Synagoge in Wattenscheid. Wattenscheid 1929

Gisela Wilbertz: Jüdische Friedhöfe im heutigen Bochumer Stadtgebiet. Bochum – Wattenscheid – Stiepel. Bochum 1988

Gisela Wilbertz: Synagogen und jüdische Volksschulen in Bochum und Wattenscheid – Ein Quellen- und Lesebuch. Studienverlag Dr. N. Brockmeyer, Bochum 1988

Günter Gleising: Die Verfolgung der Juden in Bochum und Wattenscheid der Jahre 1933 – 1945 in Berichten, Bildern und Dokumenten. Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Bochum, WURF-Verlag, 1993

Benno Reicher: Jüdische Geschichte und Kultur in NRW – ein Handbuch. In: Kulturhandbücher NRW, Band 4, S. 59–65, Hrsg. Sekretariat für gemeinsame Kulturarbeit in NRW, 1993

G. Birkmann, H. Stratmann: Bedenke vor wem du stehst – 300 Synagogen und ihre Geschichte in Westfalen und Lippe. Klartext Verlag, Essen 1998, S. 46/47

Michael Brocke (Hrsg.): Feuer an dein Heiligtum gelegt – Zerstörte Synagogen 1938 Nordrhein-Westfalen. Ludwig Steinheim-Institut, Kamp Verlag, Bochum 1999, S. 549–551

Pracht-Jörns, Elfi, Bachem Köln, 2002, Kulturgeschichte der Juden in NRW

Fotos, Texte und Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 10_2018

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