Blieskastel

Juden in Blieskastel

Die ehemalige Synagoge, heute Wohnhaus

Die Stadt Blieskastel mit rund 24 000 Einwohnern liegt im Saarpfalzkreis im ‚Südosten des Saarlandes.

Ende des 17. Jahrhunderts gestatteten die damaligen Landesherren die Niederlassung einer begrenzten Anzahl von Schutzjuden, gegen Entrichtung entsprechender Abgaben. In den folgenden Jahrzehnten zogen dann immer mehr jüdische Familien zu, 1785 waren es 50 Personen in 9 Familien. Der Höchststand war 1837 mit 193 Juden erreicht. 1900 waren nach starken Abwanderungen nur noch 57 Personen jüdischen Glaubens im Ort. In der NS-Zeit schließlich zogen die meisten Juden weg oder wanderten aus, sodass 1940 nur noch ein einziger Familienvater übrig.
Eine Synagoge und eine Mikwe bestanden seit ca. 1800 in einem erworbenen Wohngebäude. Wegen der kleinen Zahl an Gemeindemitgliedern wurde die Synagoge nicht mehr benutzt und schließlich 1924 verkauft. Das Gebäude ist als Wohnhaus bis heute erhalten.


Der Friedhof in Blieskastel

Der Friedhofseingang

Schon 1690 war in Blieskastel ein jüdischer Friedhof vorhanden, er wurde zeitweise auch von mehreren anderen Gemeinden benutzt, z.B. Homburg, Zweibrücken, Gersheim u.a.
Der Friedhof wurde 1939/40 von den Nazis verwüstet, jedoch 1945 wieder instandgesetzt. Es sind 208 Grabsteine erhalten, einige datieren sogar aus der Anfangszeit.


Quellen und Literatur

Marx, Albert: Die Geschichte der Juden an der Saar, Saarbrücken 1992

Meyn, Wolfgang; Lintz, Michael ; Bock, Andrea: Jüdische Friedhöfe im Saarland ; (gelöst ist die Schnur – gebrochen das Band), Saarbrücken 1992

www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/Saarland/f-saar.htm#Blieskastel

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdischer_Friedhof_(Blieskastel)

www.alemannia-judaica.de/blieskastel_friedhof.htm

www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/418-blieskastel-saarland

Autoren: Fotos Hans Martin Brück, Dossenheim, Text Dietrich Bösenberg, Donauwörth 2017

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