Egeln

Juden in Egeln

Egeln ist eine Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, Kreis Aschersleben. Schon vor dem Jahr 1000 führten wichtige Heerstrassen durch den stark befestigten Ort. Der Ort besaß früh Zoll- und Stadtrechte.

Über die Niederlassung von Juden im Ort gibt es für das Mttelalter nur wenig belstbare Daten. Um 1672 werden zwei Juden in Dessau Schutzbriefe erteilt. Darin ist vermerkt, dass der eine Jude aus Egeln stammt. Es muss einige Juden in der Stadt gegeben haben.

Eine Synagoge und eine Schule wurden um die Mitte des 19. Jahrhunderts an der Barfüsserstrasse Ecke Zepterstrasse erbaut, obwohl die Gemeinde sehr klein und sicher nicht reich war. Nach 1900 lebten noch 25 Juden im Ort. Vermutlich wurde die Synagoge nicht mehr benutzt, da man die für den Gottesdienst erforderliche Anzahl von Männern nicht zusammen brachte. Das sind aber nur Vermutungen, die sich nicht beweisen lassen. Im Jahr 1938 brannte die Synagoge. Später wurde sie in ein Wohnhaus umgewandelt.

Nur einzelne Juden überlebten die Verfolgungen.


Der Friedhof von Egeln

„Der Friedhof liegt in der Straße „Am Hunnengraben“, gegenüber der Waldsporthalle und neben dem Haus des „Turnverein Jahn“. 
Vom Ortszentrum folgt man den Wegweisern in Richtung „Waldbad/Sportstätten“.

Man betritt den Friedhof, der an drei Seiten von einer niedrigen Mauer mit einem Gitterzaun und an seiner Rückseite von einer hohen Mauer umfaßt ist, durch das Tor an seiner Schmalseite. Die meisten der ca. 25, überwiegend lateinschriftlichen Grabsteine aus der Zeit bis ca. 1930 sind gegen die Böschung vor der Mauer umgesunken, es stehen noch 2 Steine, ein weiterer ist gegen die Mauer gelehnt.

Neben dem Eingang steht ein unbeschrifteter Gedenkstein, vor dem im Mai 2007 ein verwelkter Kranz mit einer Schleife vom 9. November 2006 lag.

Der Friedhof ist wenig gepflegt.“

Dr. Hans-Peter Laqueur

Bilder Dr. Hans-Peter Laqueur


Quellen und Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Egeln

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/stassfurt/660389_Pogromnacht-1938-loescht-das-juedische-Leben-auch-in-der-Stadt-Egeln-aus.html

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/535-egeln-sachsen

M.Brocke/E.Ruthenberg/K.U.Schulenburg, Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin), in: Veröffentlichungen aus dem Institut Kirche und Judentum, Hrg. Peter v.d.Osten-Sacken, Band 22, Berlin 1994,

Bilder und Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur; Texte, Layout, Bildbearbeitung: Gisela&Wolfgang Heumann, 9_2018

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