Bernburg

Juden in Bernburg

Bernburg ist die Kreisstadt des Salzlandkreises in Sachsen-Anhalt. Wegen der Furt in der Saale kam dem Handel im Ort sehr früh eine herausragende Bedeutung zu. Juden waren daher sehr früh, etwa ab 1300 im Ost-Westhandel tätig. In dieser Zeit soll es auch den ersten Friedhof gegeben haben. Er ist nicht erhalten. Nach wechselnden Verhältnissen mit Vertreibungen und Wiederansiedlungen wurde die dauerhafte Ansiedlung im 17. Jahrhundert vom damaligen Landesherrn gefördert.Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erfolgte eine deutliche Zunahme der jüdischen Bewohner. Der zweite Friedhof wurde im 15. Jahrhundert unweit der damaligen Altstadt am Rößeberg angelegt. Die erste Synagoge in der Altstadt wurde im Jahre 1731 eingeweiht, die zweite folgte im Jahre 1835, da sich die erste Synagoge wegen der gestiegenen Mitgliederzahlen der Gemeinde als zu klein erwies. Eine Schule und eine Mikwe rundeten das Angebot an die Gemeinde ab. Vom Jahre 1800 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Bernburg konstant etwa 200 Juden. Nach dem Jahre 1933 und den beginnenden Verfolgungen löste sich die jüdische Gemeinde schnell auf. Repressionen und Demütigungen bewirkten eine zunehmende Emigration und Abwanderung. Heute gibt es in Bernburg wieder eine kleine jüdische Gemeinde.


Der jüdische Friedhof von Bernburg

Das Eingangsportal

Über die B 185 aus Richtung Aschersleben-Güsten, bzw. von der BAB 14 (Ausfahrt 10: Bernburg) kommend fährt man in die Stadt  ein auf der Krumbholzallee. Nach passieren einer Sportanlage auf der linken Straßenseite biegt man (bei der Jugendherberge) in die erste Straße nach links ein, „An der Röße“, und bei der zweiten Möglichkeit wieder nach links in die Straße „Rößeberg“. Der Friedhof liegt in der Ecke zwischen diesen Straßen, das Eingangstor am Rößeberg.

Der Friedhof entstand – wie aus der Inschrift über dem Tor hervorgeht – 1826. Er ist von einer hohen Mauer umfaßt, und von außen nicht einsehbar.  Zwischen 1826 und 1954 erfolgten hier über 500 Beisetzungen, erhalten sind ca. 400 Grabstellen mit mehr als 300 identifizierbaren – wenn auch meist stark verwitterten – Grabsteinen.

Zum Zeitpunkt unseres Besuches im Mai 2007 fanden schon seit einigen Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, wegen derer er nicht zugänglich war. Diese sind mittlerweile abgeschlossen und der Friedhof ist wohl wieder frei zugänglich.“  (Dr. Hans-Peter Laqueur)

Auf dem Friedhof liegt das Grab des Kaufmanns Ludwig Gumpel. Er ist der Großvater unseres ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt.


Quellen und Literatur

Joachim Grossert in: „Anhalt, deine Juden…“, S. 41-43.

http://www.alemannia-judaica.de/bernburg_friedhof.htm

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/376-bernburg-saale-sachsen-anhalt

https://www.zeit.de/2016/41/helmut-schmidt-nationalsozialismus-luftwaffe-schuld

Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S., Stein und Name, Institut Kirche und Judentum, Berlin 1994, 253-256

Bilder: Dr. Hans-Peter Laqueur (2007), Text und Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 9-2018

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