Köthen

Juden in Köthen

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Köthen ist eine Stadt in Sachsen-Anhalt in der Nähe von Dessau.

Sehr früh, wahrscheinlich im 14. Jahrhundert, lebten Juden im Ort. Die Besiedlung war jedoch sehr wechselhaft und von wiederkehrenden Verfgolgungen geprägt.

Vom Jahre 1802 an gab es eine Synagoge, vorher wurde der Gottesdienst in Privaträumen abgehalten. Möglicherweise gab es auch eine Mikwe.Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Gemeinde bis auf 350 Mitglieder wuchs, wurde eine neue, recht große und prächtige Synagoge gebaut.

Integration und Assimilation erlebten in Köthen eine Blüte. Nach 1933 setzte eine Abwanderung der Juden ein. Die Juden wurden 1938 in einer Baracke zusammengepfercht. Viele wurden verschleppt und ermordet. Heute gibt es in Köthen keine jüdische Gemeinde mehr.

Die Synagoge und die beiden Friedhöfe wurden 1938 zerstört, die Synagoge 1939 abgetragen.


Der jüdische Friedhof von Köthen

Ein erster Friehof wurde um 1777 am „Welschen Busch“ angelegt. Er verfiel, die Steine wurden zum Wegebau genutzt.

Der jetzige jüdische Friedhof liegt am Gütersee Weg, am südlichen Rand des Neuen Friedhofs. Man verläßt die Stadt nordwärts in Richtung Wulfen über die Maxdorfer Straße, und biegt nach Verlassen des bebauten Gebietes rechts ein in den Gütersee Weg. Man fährt an der Friedhofsmauer entlang, und passiert dabei das verschlossene Eingangstor zum jüdischen Friedhof. Am Ende der Friedhofsmauer ist auf der linken Straßenseite ein Parkplatz für Friedhofsbesucher mit einer Eingangspforte in den Friedhof. Der jüdische Friedhof ist nur durch einen Gitterzaun mit verschlossener Pforte vom allgemeinen Friedhof getrennt.

Besonders auffällig ist die Trauerhalle von 1888 mit ihrer maurischen Kuppel im Zentrum des Friedhofs. Um sie herum finden sich im östlichen Teil des Friedhofs ungefähr 150 Gräber aus der Zeit von der Anlage des Friedhofs 1888 bis zu einzelnen Gräbern aus der Nachkriegszeit.

„Die jüdische Trauerhalle befindet sich auf einer Achse mit dem Haupteingang des israelitischen Friedhofes. Der Bau erfuhr 1905 durch den Baumeister Friedrich Gothe eine erhebliche Erweiterung auf der Südseite. Dadurch ging die von Bunzel konzipierte zentrale Wirkung der als Oktagon (regelmäßiges Achteck) entworfenen Feierhalle verloren. Außerdem zeigt der Entwurf Bunzels als Bekrönung des Baus einen so genannten „Davidstern“ (auch Davidschild genannt) der heute nicht mehr vorhanden ist. Das Gebäude hat eine, für seine geringe, ursprüngliche Grundfläche beachtliche Höhe von 13 Metern. Die schlichten Buntverglasungen der Fenster sind 1905 eingebaut worden. In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts erfolgte eine grundlegende Renovierung des Baus. Die Fassade, das Dach und die Innenräume wurden saniert. Im gleichen Zuge fand auch eine Instandsetzung der Außenanlagen statt.“ (https://www.koethen-anhalt.de/de/friedhof-maxdorfer-strasse/friedhof-maxdorfer-strasse.html)

Das jüngste Grab für 1966 und 1968 verstorbene Eheleute war im Mai 2007 frisch mit Blumen bepflanzt. Auf einigen der älteren Gräber fanden sich „Seelenlichter“.

Insgesamt ordentlicher Zustand, aber an einigen Gräbern Spuren von offenbar nicht lang zurückliegendem Vandalismus: beschädigte bzw. ganz zerstörte Inschrifttafeln etc.

Stand: Mai 2007


Quellen und Literatur

Viktor Samarkin  in: „Anhalt, deine Juden…“, S. 86-87.

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/k-l/1111-koethen-sachsen-anhalt

http://www.alemannia-judaica.de/koethen_friedhof.htm

https://www.koethen-anhalt.de/de/friedhof-maxdorfer-strasse/friedhof-maxdorfer-strasse.html

Werner Grossert, Zur Geschichte der Köthener Juden, in: W.Grossert, Köthener Geschichten aus dem 19.Jahrh., Teil 1, Köthen 1990

M.Brocke/E.Ruthenberg/K.U.Schulenburg, Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin), in: Veröffentlichungen aus dem Institut Kirche und Judentum, Hrg. Peter v.d.Osten-Sacken, Band 22, Berlin 1994,

Fotos: Dr. Hans-Peter Laqueur, Dr Joachim Hahn; Texte, Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 11-2018

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