Eisleben

Juden in Eisleben

Synagoge von Eisleben 1910 * Verein Eislebener Synagoge

Bereits im 14. Jahrhundert, als Eisleben wegen des Bergbaus eine Blüte erlebte, lassen sich Juden in der Stadt nachweisen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurden sie vertrieben und kehrten erst wieder gegen Ende des 18. Jahrhunderts zurück. Die Gemeinde blieb stets klein, konnte sich aber eine Synagoge und einen Kantor leisten.

Im Jahre 1925 gab es 88 Juden im Ort. Etwa 20 Personen wurden verschleppt und ermordet.


Der alte jüdische Friedhof von Eisleben

Der alte jüdische Friedhof von Eisleben wurde vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis 1877 genutzt. Der Friedhof wurde zerstört und missbraucht. Erst im Jahre 2008 wurde der Versuch unternommen, den Friedhof zu restaurieren.

Im Jahre 2014 hat die Klasse 9 unter Mitwirkung von Herrn Rüdiger Seideldes Martin-Luther-Gymnasiums den jüdischen Friedhof von Eisleben akribisch und mit wissenschaftlichem Anspruch dokumentiert. Ein lesenswertes Dokument!

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Der neue jüdische Friedhof von Eisleben

Der neue jüdische Friedhof wurde im Jahre 1877 eingeweiht.

Man verläßt die Stadt in nördlicher Richtung über die Magdeburger Straße (alte B 180, Wegweiser nach „Oberhütte“). Am Stadtrand passiert man links den allgemeinen Friedhof, in dessen nordöstlicher Ecke der 1877 angelegte neue jüdische Friedhof liegt. Unmittelbar nach dem Friedhof ist links die Einfahrt zur Kleingartenkolonie „Bergmannsruh“. Von dieser führt ein verschlossenes Gittertor auf den jüdischen Friedhof.

Durch das Gittertor sind zwei Gedenksteine zu sehen, einer in Eingangsnähe, ein weiterer im hinteren Drittel des Geländes. Hinter dem zweiten Gedenkstein stehen ca. 35 Grabsteine aus dem 19./20. Jh.

Der Friedhof wurde währen des Krieges als Begräbnis für etwa 40 polnische Zwangsarbeiter mißbraucht, an sie dürfte einer der beiden Gedenksteine erinnern.

Der Friedhof erscheint ungepflegt.

Stand: Mai 2007


Quellen und Literatur

Wir denken Herrn Seidel vom Verein Eislebener Synagoge für die Erlaubnis, Bilder der Friedhöfe verwenden zu dürfen.

Verein Eisleber Synagoge e.V. c/o Rüdiger Seidel Clara-Zetkin-Straße 68 06295 Lutherstadt Eisleben:

info-at-synagoge-eisleben.de

http://www.synagoge-eisleben.de/start/Gemeinde.html

Burkhard Zemlin,Stadtführer Lutherstadt Eisleben, Bindlach 1996.

Germania Judaica GJ III/1, 1987, S. 294.

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/551-eisleben-sachsen-anhalt

Fotos&Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur, 2007; Texte und Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 10-2018

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