Hoym

Juden in Hoym

Über das jüdische Leben in der Stadt ist wenig bekannt. Es soll ein Judenviertel, möglicherweise auch eine Synagoge gegeben haben. Bereits im 17. Jahrhundert sollen Juden in der Stadt gelebt haben. Aus dieser Zeit existiert ein Schutzbrief.

Im Jahre 1788 war die Gemeinde so stark gewachsen, dass ein Betraum Bestand haben konnte. Die Juden lebten vom Handel. müssen aber arm gewesen sein, denn sie beantragten mehrfach, in benachbarte Städte umsiedeln zu dürfen.

Im Jahre 1910 gab es noch nur noch einige wenige jüdische Einwohner.

Am Markt hatte die Familie Oppenheimer ein Geschäft. Die Familie flüchtete, die Besitzerin vergiftete sich vor dem Transport in das KZ.

1913 wird der Friedhof in einem amtlichen Dokument erwähnt. Er muss jedoch wegen der Anzahl der Gräber schon mindestens im 18. Jahrhundert bestanden haben. Die letzte Beerdigung fand im Jahre 1941 statt. Es stehen 53 Grabsteine auf dem Gelände.


Der jüdische Friedhof von Hoym

Auf der alten B 6 von Quedlinburg über Morgenrot kommend biegt man gleich hinter dem Ortseingang links ein in die Neustädter Str. und unmittelbar danach wieder links in die Straße „Am Gieseckenberg“. Der Friedhof liegt auf deren linker Seite, gegenüber dem Haus Nr. 5.

Vom Eingangstor aus ist das ummauerte Areal des Friedhofes zu überblicken. Es stehen hier gut 50 Grabsteine aus der Zeit zwischen der Entstehung des Friedhofes um 1828 und der letzten Beisetzung 1941. Die meisten Steine tragen nur hebräische Inschriften, nur wenige sind zweisprachig, etwa fünf nur deutsch.

Der Friedhof ist gepflegt

Stand: Mai 2007, Dr. Hans-Peter Laqueur


Quellen und Literatur

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/334-ballenstedt-sachsen-anhalt

Stein und Name, Brocke et al., Berlin 1994

https://www.mz-web.de/aschersleben/salzlandkreis-judenmauer-und-neue-spuren-7374340

Fotos und Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur, 2007; Texte, Layout: Gisela&Wolfgang Heumann, 1-2019

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