Quedlinburg

Juden in Quedlinburg

Die Jüdengasse * BrThomas * CC BY-SA 4.0

Bereits im 12. Jahrhundert lebten Juden als Händler im Ort. Sie dienten auch als Keditgeber für die Landesherren, waren aber in Ihrer Zahl und den Rechten beschränkt.

In den folgenden Jahrhunderten verhinderten ortsansässige Händler eine Wiederansiedlung. Erst nach 1800 zogen einzelne Juden in den Ort.

Im Jahre 1933 lebten etwa 100 Juden in Quedlinburg. Wer nicht emigrieren konnte, wurde verschleppt und getötet. 34 Juden überlebten das Kriegsende. Heute gibt es keine jüdische Gemeinde mehr am Ort.


Der jüdische Friedhof von Quedlinburg

Man verläßt die Innenstadt westwärts auf der Westerhäuser Straße und biegt in die erste Straße links ein, „Zwergenkuhle“. Unmittelbar danach zweigen von der „Zwergenkuhle“ eine kleine Straße nach rechts  sowie ein Feldweg halbrechts und steil bergauf ab. Zwischen den beiden verläuft ein Weg bergan, auf die grpße Fliederhecke auf der Hügelkuppe zu.. Dieser Weg verläuft rechts (hangabwärts) von den Resten einer Mauer und rechts vom Flieder zum Eingang des Friedhofes.

Trotz Verwüstungen und Schändungen in der NS-Zeit war der Friedhof – über dessen Entstehungszeitpunkt nichts bekannt ist – bis 1976 als solcher erkennbar. In dem Jahr wurden die erhalten gebliebenen Grabsteine und Fragmente abgeräumt, über ihren Verbleib ist nichts bekannt.

Es wurde ein Gedenkstein errichtet mit der Inschrift:

Zum mahnenden Gedenken

an die Millionen jüdischen

Opfer des Faschismus.

Nie wieder Rassismus.

Im Mai 2007 war diese Inschrift (offenbar erst kürzlich) zerschlagen, die Fragmente am Boden zusammengelegt. – Die Fläche dieser Gedenkstätte war bei unserem Besuch „geziert“ von Haufen mit nicht abgeräumten Resten des letzten (lange zurückliegenden) Baumschnitts etc.

Erhaltungszustand: Ungepflegt.

Stand: Mai 2007. Dr. Hans-Peter Laqueur


Quellen und Literatur

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/p-r/1610-quedlinburg-sachsen-anhalt

https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Gemeinde_Quedlinburg

Eberhard Brecht, Manfred Kummer: Die Juden in Quedlinburg. Verein zur Bewahrung jüdischen Erbes in Halberstadt und Umgebung e.V., Band 7,Halberstadt 1996.

Fotos, Text: Dr. Hans-Peter Laqueur, 2007, Text, Layout, Gisela&Wolfgang Heumann, 11-2018

Show CommentsClose Comments

Leave a comment