Görlitz

Juden in Görlitz

Die Synagoge von Görlitz * Bild Hans-Peter Schaefer * Wikipedia GNU FDL

Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, liegt im Osten Sachsens unmittelbar an der polnischen Grenze. Görlitz ist für seine sehr gut erhaltene Altstadt bekannt.

„Im Mittelalter war Görlitz durch seine Lage an der via regia, der Verbindung von Frankfurt über Leipzig und Breslau nach Krakau, ein bedeutender Handelsplatz. Nachweislich gab es hier zu Beginn des 14. Jh. eine jüdische Gemeinde, ihre Anfänge reichen vermutlich ins 13. Jh. zurück. Gegen Ende des 14. Jh. wurden die Juden aus der Stadt vertrieben, bis in das 19. Jh. gab es hier nur einzelne privilegierte ‚Schutzjuden’. Um 1850 formierte sich erneut eine jüdische Gemeinde, die eine prächtige Synagoge errichtete und den Friedhof anlegte. Etwa 1900 wurde dort die Friedhofshalle erbaut.“ (Dr. Hans-Peter Laqueur)

Nach 1945 gab es nach den Morden der NS-Zeit keine jüdische Gemeinde mehr. In der DDR wurden die verbliebenen Kulturdenkmäler und Häuser nur unzureichend gepflegt. In den letzten Jahren kommt die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Bewahrung der kulturellen Erinnerungen langsam in Schwung.


Der jüdische Friedhof von Görlitz

Einige Grabmäler zeugen vom Wohlstand der Verstorbenen

Der Friedhof liegt südlich der Innenstadt und der Bahnlinie, an der (stadtauswärts) linken Seite der Biesnitzer Straße, auf der Höhe der Straßenbahnhaltestelle „Büchtemannstraße“.

Der Friedhof ist geöffnet: Sonntag bis Donnerstag: 7-18 Uhr, Freitag 7-14 Uhr.

Innerhalb der historischen Friedhofsmauern des 1849 angelegten Friedhofes ist der belegte Hauptteil (mit ca. 570 Gräbern) von einem Maschendrahtzaun eingefasst, der ihn von der alten Friedhofshalle trennt. Vom Eingang aus gesehen rechts hinten, in der südöstlichen Ecke, findet sich ein Gedenkstein über Massengräbern für wohl mehr als 300 Opfer des benachbarten KZ Biesnitzer Grund.

Vor allem im zentralen Bereich, zwischen dem Eingang und der Friedhofshalle, zeugen etliche Grabdenkmäler vom großen Wohlstand der dort Begrabenen.

Nach 1945 gab es hier noch vereinzelt Bestattungen.

Erhaltungszustand: Einigermaßen gepflegt.

Einige hervorstechende Grabsteine und Grabmäler

Der Friedhof – Ein Ort der Ruhe und des Friedens

Alle Bilder des Friedhofs


Quellen und Literatur

Caritasverband der Diözese Görlitz e.V. (Hg.): Der Jüdische Friedhof Görlitz. Cottbus 2005.

Norbert Haase: Die Synagoge zu Görlitz (= Jüdische Miniaturen Bd. 31) Berlin (Hentrich&Hentrich/Centrum Judaicum) 2010

Bild der Synagoge Görlitz: Hans-Peter Schaefer, www.reserv-a-rt.de, Wikipedia GNU FDL

www.schwiebert.lima-city.de/goerlitzer-juden-ihre-vergessenen-und-verfallenen-spuren/

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/a-b/351-bautzen-sachsen

Bilder&Texte: Dr. Hans-Peter Laqueur, Bremerhaven, August 2009; Layout, Texte: Gisela&Wolfgang Heumann, 7-2018

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