Groß – Gerau

Juden in Groß – Gerau

In der hessischen Stadt Groß-Gerau dürften Juden schon um das Jahr 1300 gelebt haben, da von der Existenz eines jüdischen Friedhofs berichtet wird. Aber erst um 1600 gibt es weitere Erwähnungen über Juden. Vermutlich hatte sich in dieser Zeit eine eigene Gemeinde gebildet, denn es wird berichtet, dass eine Synagoge im Dreißigjährigen Krieg zerstört und später wieder aufgebaut wurde. Im 18. Jahrhundert gab es einen Betsaal im Garten eines Privatmannes. Der Gemeinde gehörten damals 70 Personen an.

Da die Gemeinde im 19. Jahrhundert stark wuchs, musste eine neue Synagoge errichtet werden, die 1892 eingeweiht wurde.

Ab 1930 wanderten viele Juden in andere Städte ab oder emigrierten in die USA und weitere Länder. 1940 hatten die Nazis alle Juden vertrieben oder ermordet, die Synagoge fiel dem November-Pogrom 1938 zum Opfer.


Der Friedhof

Der Zugang zum Friedhof

Der 1841 neu angelegte Friedhof hatte zwei Vorgänger. Schon um 1300 soll ein erster Friedhof bestanden haben, eine weitere Begräbnisstätte wird etwa erwähnt. Dieser war mehrfach erweitert worden und musste schließlich 1892 geschlossen werden.
1936 ordnete die Stadtverwaltung von Butzbach die Umbettung aller Gebeine an, da das Gelände für Neubauten benötigt würde. Sie wurden auf den schon 1841 angelegten neuen Friedhof transferiert.
Der neue Friedhof hat eine Fläche von 5668 m², circa 1200 Gräber sind erhalten.

Weitere Grabsteine und Friedhofsansichten


Quellen und Literatur

Arnsberg, Paul, Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Frankfurt/M. 1971

http://www.jüdische-gemeinden.de/index.php/gemeinden/e-g/782-gross-gerau-hessen

http://www.alemannia-judaica.de/gross-gerau_friedhof.htm

Autoren; Heiner Knester, Ilvesheim (Bilder), Dietrich Bösenberg, Donauwörth (Text).

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