Hirschhorn

Die Stadt im hessischen Odenwald liegt am Neckar und gehört zum Regierungsbezirk Darmstadt. Juden sind erstmals 1349 bezeugt, die vermutlich als Flüchtlinge vor den Pestpogromen aus benachbarten Orten hierher kamen. 1577 sollen sie einen Betsaal sowie eine Mikwe gehabt haben.

Anfang des 19. Jahrhunderts lebten nur wenige Familien am Ort, sie werden als sehr arm beschrieben. Eine eigene Schule hat dennoch bestanden. Viele Familien erhielten Almosenunterstützung von Wohltätigkeitsstiftungen.

Bis 1938 waren die meisten Juden weggezogen oder ausgewandert, ein letzter Bewohner wurde 1942 von den Nazis deportiert.


Der Friedhof

Der Friedhof besteht seit ca. 1600 und hat eine Fläche von 2747 m2. Er diente lange Jahre als Verbandfriedhof für die Orte Hirschhorn, Neckarsteinach, Eberbach und Zwingenberg, zeitweise auch Strümpfelbrunn.230 Grabsteine sind erhalten, sie sind zumeist nach Westen ausgerichtet. Der älteste Stein datiert von 1729, die letzte Bestattung erfolgte wohl 1936.

Die oft schön geschwungenen Steine sind eher schlicht gehalten, einige besitzen zusätzliches Ranken-oder Blumendekor, einige wenige andere Symbole, wie sie auf jüdischen Grabsteinen gerne verwendet wurden. Leider wurde auch der Hirschhorner Friedhof, von dem bereits auch im 19. Jahrhundert über Beschädigungen berichtet wird, in der NS-Zeit geschändet.

Eindrücke vom Friedhof in Hirschhorn


Quellen und Literatur

Arnsberg, Paul: Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Anfang, Untergang, Neubeginn, Frankfurt 1971.

http://www.hirschhorn.de/tourismus/sehenswertes/friedhoefe/

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim und Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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