Lampertheim

Juden in Lampertheim

In Lampertheim an der Bergstraße ist die Anwesenheit von einzelnen Juden erstmals 1615 erwähnt. Bis zum Jahr 1800 war ihre Zahl auf vier Familien angewachsen. Um 1808 in der napoleonischen Zeit nahmen die Juden bürgerliche Namen an und einigen von ihnen wurde auch das Ortsbürgerrecht zugesprochen.

Den Bau einer Synagoge konnte sich die jüdische Gemeinde lange Zeit nicht leisten. Erst 1851, als ihr eine Schenkung von 500 fl zugeflossen war, wurde auf einem zuvor schon erworbenen Gelände eine Synagoge erbaut. Auch eine Schule sowie zwei Badhäuser waren vorhanden. Die meisten Juden in Lampertheim lebten in guten wirtschaftlichen Verhältnissen. Unter ihnen waren Geschäftsleute verschiedener Art, Viehhändler, ein Arzt und ein Rechtsanwalt.

In der NS – Zeit ging die Zahl der jüdischen Einwohner laufend zurück. Einige konnten auswandern oder in andere Städte umziehen, die verbliebenen fielen dem Terror zum Opfer, sie wurden deportiert und umgebracht. Auch die Synagoge wurde im November 1938 zerstört.


Der Friedhof

Zunächst wurden die Verstorbenen der jüdischen Gemeinde Lampertheim auf dem Verbandfriedhof ins Hemsbach bestattet. Erst 1869 konnte dann ein eigener Friedhof angelegt werden. Seine Größe beträgt 20,7 a.


Quellen und Literatur

Alicke, Klaus-Dieter: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Gütersloh 2008

Arnsberg, Paul: Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Frankfurt 1971

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim, Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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