Reichelsheim

Juden in Reichelsheim

In dem Odenwald-Dorf existierte eine jüdische Gemeinde  seit dem 18. Jahrhundert. 1817 konnte sie eine eigene Synagoge einweihen, auch ein rituelles Bad gehörte zu den Einrichtungen der Gemeinde. Ausserdem bestand hier eine Elementarschule, in der im Jahr 1835 immerhin 35 Kinder unterrichtet wurden. Ab 1850 gingen die jüdischen Kinder dann in die öffentliche Volksschule. Zu dieser Zeit lebten in Reichelsheim 261 Juden, mit 17 % der Dorfbevölkerung eine ansehnliche Gemeinde. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie überwiegend mit Viehhandel und sonstigen Handelsgeschäften.

Einem Teil der Reichelsheimer Juden gelang rechtzeitig vor dem NS-Terror die Auswanderung. Die letzten jüdischen  Bürger wurden 1942  in die Vernichtungslager abtransportiert.


Der Friedhof

Die verstorbenen Gemeindemitglieder von Reichelsheim wurden bis 1857  in Michelstadt begraben. Dann konnte ein eigenes Gelände für einen Friedhof erworben werden. Auch zwei Nachbargemeinden konnten diesen Friedhof mitbenutzen. Schon 1875 erfolgte  eine Erweiterung und 1929/30  musste er erneut vergrößert werden. Heute beträgt sein Fläche 25,1 a.

Eindrücke vom Friedhof in Reichelsheim


Quellen und Literatur

Alicke, Klaus-Dieter: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, Gütersloh 2008

Arnsberg, Paul: Die jüdischen Gemeinden in Hessen, Frankfurt 1971

Autoren: Heiner Knester, Ilvesheim, Dietrich Bösenberg, Donauwörth

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